Meine Projekte

12 Wochen werde ich also in diesem fernen Land verbringen und das wird für meine Mutter schwer auszuhalten sein. Andere gehen allerdings ganze 12 Monate weg (Das würde in Nepal btw visums-technisch schon gar nicht gehen.); da kann sie sich noch glücklich schätzen :)

Mit der österreichischen Organisation Karmalaya arbeite ich bei folgenden Projekten mit:
3 Wochen Straßenhunde
3 Wochen Buddhistisches Kloster
6 Wochen Straßenkinder

Ausführlich:

Die ersten drei Wochen verbringe ich in Kathmandu, der Hauptstadt, und kümmere mich um Straßenhunde. Allein in dieser Stadt gab es mal über 30.000 Straßenhunde, welche in den letzten Jahren auf circa 20.000 Straßenhunde reduziert werden konnte. Lange Zeit haben die Behörden die Tiere vergiften lassen. Dies hat dazu geführt, dass die Hunde, von Krämpfen geschüttelt, einen oft stundenlangen Todeskampf durchleiden mussten, bevor sie endlich starben. Diese Methode ist nicht nur grausam, sondern auch unwirksam, weil die wahllose Vernichtung der Tiere die Verbreitung von Tollwut in keiner Weise eindämmt.
Seit Jahren wird durch dieses Projekt an einer verantwortungsvollen Lösung für die Probleme mit den Straßenhunden gearbeitet. 2004 wurde von ihr, gemäß der Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ein effektives Programm zur Tiergeburtenkontrolle eingeführt. Mit den derzeitigen Kapazitäten werden 100-120 Hunde pro Monat sterilisiert, gegen Tollwut geimpft, entwurmt sowie Krankheiten oder Wunden behandelt. Zusätzlich werden mit dem Rettungs- und Behandlungsprogramm monatlich rund 20 bis 30 kranke und verletzte Straßenhunde gerettet, medizinisch versorgt und wieder aufgepäppelt. Wenn die Tiere wieder genesen sind, werden sie in die Nachbarschaft zurückgebracht, in der sie gefunden worden sind. Außerdem leistet das Zentrum einmal in der Woche in den Schulen von Kathmandu Aufklärungsarbeit.

Die folgenden 3 Wochen geht es Richtung Nordwesten in ein buddhistisches Kloster in Pokhara :3
Die Religion ist ein sehr wichtiger Bestandteil Nepals. Sie beeinflusst das tägliche Leben und ist Ursprung der traditionellen Kultur. Geprägt ist das Land sowohl durch die hinduistische als auch die tibetanische buddhistische Religion. Seit der Invasion Tibets durch die Chinesen 1959 hat Nepal zahlreiche tibetanische Flüchtlinge aufgenommen, die ihre Traditionen in buddhistischen Klöstern fortsetzen.
Als freiwilliger Helfer kann ich dort aktiv im Kloster mithelfen und unter anderem Englisch unterrichten, während ich in hautnahen Kontakt mit der Kultur und der Religion komme.

Die letzten 6 Wochen, anders gesagt, die ganze zweite Hälfte meines Aufenthalts bin ich für das Straßenkinder-Projekt wieder in Kathmandu.
Es gibt über 30.000 Kinder in Nepal, welche auf der Straße leben. Die Ursachen, die die Kinder auf die Straße gebracht haben, sind vielfältig. Manche von ihnen sind Halb- oder Vollwaisen, oder Kinder von geschiedenen Eltern, die sich nicht mehr um sie kümmern können oder wollen. Manche von ihnen wurden zu Hause geschlagen und missbraucht und sahen keinen anderen Ausweg, als wegzulaufen. Manche wurden auch von ihren Eltern in die Städte geschickt, um zu arbeiten und Geld zu verdienen, weil der Lebensunterhalt nicht reicht oder weil sie die Schulerziehung für die Kinder nicht bezahlen können. Von den ca. 7,7 Millionen Kindern im Alter zwischen fünf und sieben sind etwa 1,6 Millionen als Kinderarbeiter beschäftigt. Dabei sind nicht die Kinder gemeint, die „nur“ bei harter Hausarbeit oder auf dem Feld helfen – das sind weit mehr, geschätzte 40% – nein, diese Kinder schuften stundenlang in Betrieben, am Bau oder in (Teppich-)Fabriken. Als moderne Sklaven. Ohne Fürsorge, Schulbildung, Liebe - Zukunft. Die Straße ist für sie nicht schlimmer. Sie betteln, um zu überleben und schnüffeln Klebstoff, um die seelischen Schmerzen und den Hunger zu verdrängen. Kein Sozialsystem, wie wir es kennen, fängt sie auf oder bietet Alternativen.
Es gibt diverse Hilfsprojekte, die versuchen sich der Problematik anzunehmen und den Missständen entgegen zu wirken. In offenen Anlaufstellen, Heimen oder Wohngruppen gewöhnen sich Kinder und Jugendliche an geregelte Tagesabläufe oder Hygiene. In Gruppen wird das Selbstbewusstsein gestärkt. Manuelle oder künstlerische Fertigkeiten werden geübt - auch um damit Geld verdienen zu können. Freiheitsliebe, Humor oder der Sinn für Solidarität der Kinder und Jugendlichen helfen dabei, dass sie ein neues Leben beginnen können. Außerdem werden im Rahmen offener Kinder- und Jugendarbeit die Kinder regelmäßig an ihrem Schlafplatz aufgesucht. Man geht gemeinsam frühstücken und betreibt später gemeinsam Sport- oder Kunstaktivitäten.
Wem dieses regelmäßige und geschützte Leben gefällt, und wer wieder in die Schule gehen will, der kann nach einer Weile in ein anderes Haus umziehen, um dort für die nächsten Jahre zu wohnen. Für eine Wiedereingliederung der Kinder in die normale Gesellschaft ist es wichtig, dass sie in die Schule gehen oder einen Beruf erlernen können.
Ich kann mich in diesem Projekt in den Bereichen Bildung/Ausbildung, Fürsorge, Kreativität und Freizeitgestaltung oder Fundraising und Medienarbeit engagieren. Hinsehen statt wegsehen!

http://www.karmalaya.com/nepal/

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