23. September 2015

Die Arbeit mit den Straßenhunden, das erste Erdbeben, wie ich zum Zeuge Jehovas wurde und wie es weiter geht


An meinem ersten Arbeitstag am Donnerstag traf ich mich um 8.30 Uhr mit Mariell, einer anderen Volunteerin, und wir machten uns auf den Weg zum KAT Centre (Kathmandu Animal Treatment), welcher schon gut begann: mit einem steilen Berg. Und das dann jeden Tag… Frühsport!! Jaay :/
Wenn man ihn allerdings bezwungen hat, wird man mit einer schönen Aussicht belohnt.


Danach geht es zur Hauptstraße vor und von dort mit dem Mikrobus 10 Minuten Richtung Nordosten. Dann läuft man nochmal ein Stück und ist nach 30 Minuten Gesamtzeit dort.
Als ich ankam begrüßten mich circa zehn Hunde. Alle freundlich und streichelbedürftig :)

Eine Frau aus Singapur führte mich durchs Gelände und zeigte mir die wichtigsten Sachen, wie den Operationsraum (sehr klein und so hoch, dass ich auf Zehenspitzen die Decke berühre) oder den Ort, an dem die Hundekekse aufbewahrt werden :P
Neben den zwei nepalesischen Tierärzten sind auch noch zwei aus Polen und zwei aus Neuseeland über einen beschränkten Zeitraum da (letztere aktuell immer noch).
Des Weiteren gibt es noch vier Mitarbeiter, die sich um alles kümmern, was so anfällt.

Aber es gibt auch einen anderen Volunteer dort: Ethan.
Er kommt aus Texas, ist um die 20 und sein Vater arbeitet hier bei der Botschaft. Das Einzige, was er macht, ist den Welpen Namen zu geben und sie von A nach B zu tragen.
Ach ja und wehe es kommt einer dem Tor zu nahe… Dann rennt er Vollgas auf den Kleinen zu, hebt den Verängstigten hoch und trägt ihn auf komische Weise zurück zu den anderen Welpen.
Bei allen anderen Arbeiten die anfallen hilft er nicht mit, weil er ja schließlich genug mit den Welpen zu tun hat.
Er ist zum Glück nicht jeden Tag da; keiner vermisst ihn dann und es funktioniert auch ohne ihn prima.
Sein Plan nach Nepal ist übrigens eine Filmkarriere in L.A. – sagt er zumindest.

Die beiden Neuseeländer sind auf jeden Fall super. Sie haben mich gleich miteingebunden und ich durfte einem Hund die ersten Spritzen geben. Plötzlich schrie ein anderer Hund los und wir stellten fest, dass er sich seinen Verband vom Vorderbein am Gitter runtergerissen hatte.
Er hatte nämlich seine Pfote verloren und der Stumpf hat an den letzten 10 cm weder Fell noch Haut, sondern ist komplett offen. Deshalb heißt er „Stumpie“ (englisch).
Er kam sofort in den Behandlungsraum, aber zeigte sich sehr aggressiv und schaffte es auch den Maulkorb abzumachen, weshalb er in Narkose gelegt wurde.
Ich hielt sein müffelndes Bein, während Dan, der neuseeländische Tierarzt, Stumpies Fuß neu verband.
In diesem Moment wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich Tierarzt werden will und dass es zu 100% der richtige Beruf für mich ist.
Nach dem Verbinden wachte er auch schon wieder auf und Dan führte ihn an der Leine raus. Als sich Stumpie hinsaß und Dan ihn zum Gehen ermutigen wollte, wurde er von diesem Giftzwerg doch tatsächlich in die Hand gebissen.

UPDATE:

Ein paar Tage später kam ein neuer Volunteer von Karmalaya dazu: Christian.
Sein erster Tag im KAT Centre verlief wunderbar, bis die Hunde gefüttert wurden. Ich war grad bei den Tierärzten und er kam dann mit blutendem Finger. Er wurde gebissen. Und zwar bei der ersten Futterschüssel, die er einem Hund gab. Welcher Hund das war? Stumpy natürlich^^

 

Nun ja; was machen wir dort jeden Tag eigentlich genau?

Wir kommen um Neun dort an und kümmern uns erst mal um die Katzen. Denn die gibt es dort auch :)

Circa 15 Stück davon warten auf ein sauber gemachtes Katzenklo. Sowohl frisches Futter und Wasser als auch ein paar Streicheleinheiten wollen sie natürlich ebenso.

Gegen 10 Uhr ist dann die Raubtierfütterung. Es gibt (ja was wird es hier wohl geben?) Reis. Aber nicht nur das, denn es wird auch Huhn untergemischt. Und das jeden Tag zweimal!!
Eine Frechheit ist das! Die bekommen mehr Fleisch als ich :/
Das Füttern an sich ist nicht schwer: Tür auf, Futter rein, Tür zu. Und das bei ca. 40-50 Hunden. Allerdings gibt es einen größeren Eckkäfig, in dem 5-7 Hunde sind und dort ist die Schleuse kaputt ist, da das Gitter ein Loch hat und somit das ganze System nicht funktioniert.
Dich erwarten also ca. 6 gierige, hungrige Hunde hinter der Tür, vor der du mit 6 Schüsseln in den Händen stehst… Sich so reinzuquetschen, dass kein Hund raus kommt, ist nicht immer möglich und somit heißt es: Leine schnappen und Hund suchen + einfangen^^
Wenn du dann mal drin bist, wird es auch nicht leichter. Sie wuseln um dich rum, einer springt dich permanent an; und zwar so hoch und so oft, dass du meinst, er schwebt neben dir her und bedient sich schon am Futter. Wenn du dann mal ganz drin, also lebendig und mit noch möglichst viel Futter durch die zweite Tür gekommen bist, heißt es schnell sein: Bist du nämlich nach dem Abstellen der ersten Schüssel zu langsam, streiten sich die Hunde darum und zwar aggressiv, ohne Erbarmen und mit vielen Bissen. Da werden sie zu Tieren und du musst schauen, wo du stehst, sonst wirst du gebissen. Du musst aber auch mit Tritten dazwischen gehen, sonst würden sie nicht aufhören. Hier muss man allerdings das richtige Maß abwägen. Trittst du nicht fest genug, machen sie weiter; bist du allerdings zu grob, gibt es wahrscheinlich gebrochene Rippen. Natürlich musst du deinen Fuß auch immer schnell genug zurückziehen, sonst tackern sie dich.
Um dieses Chaos zu verhindern, musst du nach jeder abgestellten Schüssel Vollgas ein, zwei Meter laufen und die nächste hinstellen. Sind sie nämlich zu nahe beieinander, gibt es auch Beißereien.
Puhh…. das hätten wir. Rauskommen ist dagegen meist kein Problem, da ihnen das Fressen wichtiger ist als die Flucht.

Wenige Minuten nach dem Austeilen des Futters geht man schon wieder reihum, um die Futterschalen wieder einzusammeln. Sie werden gewaschen und bis zum Nachmittag sind sie getrocknet.
Danach darf man wieder eine Runde drehen und schauen, ob alle Hunde Wasser haben. Die Hunde im Eckkäfig machen dann wieder einen Aufstand, weil es könnte ja eine zweite Runde Futter geben und das Drama beginnt von Neuem. Juhuu!!

Welpen gibt es im KAT Centre auch, um die man sich kümmern muss. Sie brauchen vor allem Futter und Beschäftigung, sonst wird ihnen schnell langweilig und es fallen ihnen nur doofe Sachen ein.

Bei den Behandlungen der Tierärzte versuche ich auch immer dabei zu sein: Paar Augentropfen oder Tabletten geben hier, paar Spritzen setzen da. Dann wieder mal ein Verbandswechsel oder eine Wundensäuberung, bei der man den Gestank des Verbandes oder der Maden in dem kleinen engen stickigem Raum erträgt; Hauptsache man kann den Fuß oder das Maul zu-/halten und behilflich sein :)
Je weniger Tierärzte dort sind, desto mehr habe ich zu tun.
Ein paar Tage war nur eine Tierärztin aus Hab-ich-vergessen-land da und die Neuseeländer waren wandern. Deshalb hat zwar dann alles länger gedauert, aber ich konnte auch viel mehr tierärztliche Arbeit verrichten.
An den ersten Tagen waren es 4 Tierärzte, da ist der Raum schon voll und man konnte sich nur im Hintergrund aufhalten und zuschauen. Dafür war die Arbeit schneller getan.
Hat alles immer seine Vor- und Nachteile.


Dann gibt es eh schon meist Essen (Dal Bhat; hier aber in einer „Extra-spicy-und-viel-Knoblauch-Version“) und danach geht die ruhigere Hälfte des Tages los:
Decken waschen, Kot einsammeln, mit den Welpen spielen, mit jedem Hund, der will, Gassi gehen.
Alles relativ stressfrei. Das Decken waschen ist teilweise schon eklig, wenn Schei*e daran klebt oder die Maden daran herumkrabbeln, aber man gewöhnt sich irgendwie daran. Irgendwann jedenfalls. Vielleicht. Oder auch nicht.
Was auch noch ein bisschen Kraft und Geduld fordert, ist die Hunde zurück in ihre Käfige zu bekommen, denn sie machen das natürlich nicht freiwillig und würden am liebsten draußen bleiben. Aber das kriegt man immer besser hin und falls sie wirklich mal nicht wollen, nimmt man ein Cookie zu Hilfe und die Sache hat sich erledigt.

Gegen 3 oder 4, je nachdem wie viel es zu tun gibt, fährt man wieder nach Hause.


Das klang jetzt alles zu sehr reibungslos… In Wirklichkeit herrscht ein Chaos in vielerlei Hinsicht.
Es gibt keine feste Zuteilung der Käfige, sondern es wird einfach immer einer genommen, der frei ist. Somit muss man jeden Tag die Hunde aufs Neue suchen, wenn sie ihre Behandlung brauchen. Die Medikamente, die dazu notwendig sind, muss man auch erst mal suchen und es ist auch nicht gesagt, dass man sie findet, weil sie oft leer werden und der Nachschub (meist aus Ungarn) Wochen auf sich warten lässt. Ins Behandlungsbuch ist auch nicht immer sehr ausführlich geschrieben worden. „Brown dog with magotts wound on the neck“ steht da zum Beispiel. Das nützt viel, wenn es 3 Hunde gibt, auf die diese Beschreibung zutrifft :P
Die wenigsten Hunde haben Namen und meistens nennt sie jeder anders, was die Sache nicht einfacher macht.
Man gewöhnt sich aber daran und übt sich in Geduld. Jeden Tag aufs Neue.

Im KAT Centre gibt es verschiedene Arten von Hunden:
Hunde, die nur zur Sterilisation und Tollwutimpfung dort sind. Sie werden danach wieder ausgesetzt.
Hunde, die leichte bis mittelstarke Verletzungen haben. Sie werden behan Sterilisation und Tollwutimpfung dort sind. delt und wieder ausgesetzt.
Hunde mit Lähmungen werden zur Adoption freigegeben.
Welpen werden zur Adoption freigegeben.
Hunde, die ihr Leben lang dort bleiben werden.
Das waren so ziemlich alle, wenn ich das alles richtig verstanden habe^^

Dass alle Hunde (außer Stumpy und ganz wenige andere Ausnahmen) so lieb sind, hätte ich nie gedacht. Immerhin sind es Straßenhunde, die draußen sonst jeden Tag um ihr Überleben kämpfen müssen. Da hätte ich was ganz anderes erwartet.

Ziemlich strange ist allerdings, dass den Hunden zu gewissen Zeiten (läuft automatisch, niemand weiß, wie das eingestellt ist^^) Beruhigungsmusik vorgespielt wird :D
Gebellt wird deswegen trotzdem, aber die Menschen werden davon müder^^

Ich wurde gebissen! Zum ersten Mal von einem Hund. Es ist wirklich nicht schlimm, ich finde es eher aufregend :D

War wirklich eine blöde Situation: Ich stand draußen am Fenster und habe mit einem Mitarbeiter drinnen gesprochen. Links von mir war eine Hündin mit ihren 3 Welpen und rechts von mir ein anderer Hund, der sich näherte. Die Mutter knurrte und machte dem anderen Hund deutlich nicht noch näher zu kommen, doch dieser blieb nicht stehen, woraufhin sie mehrfach schnappend nach vorne preschte. Sie erwischte nicht nur den Hund, sondern auch meine Wade. Passiert :)
Sie ist ansonsten eine sehr brave und man kann alles mit ihr machen. Ist eben eine gute Mutti, die ihre Welpen behütet.


 
Man sieht hier viele Hunde kommen und gehen. Das ist manchmal schön und manchmal traurig…
Ein Welpe hatte einen tödlichen Virus und musste eingeschläfert werden. Da Angst bestand, dass sich eines der drei anderen Welpen der fürsorglichen Mutti angesteckt hatte, musste ein Test gemacht werden. Während wir auf das Ergebnis warteten, fiel plötzlich neben uns etwas zu Boden :0
Es war ein totes Taubenküken, höchstens ein paar Tage alt. Das ist ja ein super Omen...
Aber zum Glück verlief der Test negativ – alles im grünen Bereich.

Ich habe zum ersten Mal eine Gottesanbeterin in Natur gesehen!! :3
In Deutschland geben die Menschen dafür Geld aus und hier krabbeln sie durch die Büsche.

 
Auch war ich bei der Motorrad- und Autosegnung mit dabei. Sie ist einmal im Jahr und an diesem Tag werden die Fahrzeuge angemalt, beräuchert und geschmückt; Und komischerweise auch mit Kokosnusswasser beträufelt… :D
 
Letzte Woche hatten wir am internationalen Frauentag frei gehabt und gingen zu einer Tanz-Location:

 Ich hatte letztes Wochenende endlich auch mal mein Willkommensessen im Lokal mit den ganzen anderen Neuen (die jetzt schon wieder alle weg sind, in Swaragau und Pokhara). Zeit wurde es trotzdem xD
Dorthin kam ich nicht mit dem Auto, wie die anderen, sondern hinten auf einem Motorrad drauf, weil wir genau eine Person zu viel fürs Auto waren. Das war ein Erlebnis! Nachts, bei Regen, durch die Schlaglöcher der nepalesischen Straßen hindurch und das mit einer Person als Fahrer, die ich bis heute nicht zu Gesicht bekommen habe :P

Gestern hatte ich by the way die erste warme Dusche in Nepal. Eine andere Volunteerin hat mir geraten noch einen anderen Knauf zu drehen und auf einmal wurde es warm :0
Unglaublich!!! Aber das ging glaube ich auch nur, weil es Nachmittag war und die Sonne den schwarzen Tank am Dach aufwärmen konnte. Sonst dusche ich immer in der Früh.

Sie hat mich auch überreden können die letzten Tage (Montag bis Mittwoch) Yoga mitzumachen. Das ist ja immer während der Einführungstage um halb 7. Ich habe es ja nicht schlecht gefunden, aber so verdammt früh und an dieser Meinung hat sich auch nichts geändert :D

Auch war gestern ein Erdbeben in Nepal. Gegen 12 Uhr soll die Erde mit einer Stärke von 4,5 gebebt haben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das überhaupt gemerkt habe^^ Das Epizentrum lag wohl im Westen.
Aber hey: Mein erstes Erdbeben!


Es hat sich ein neues Mysterium aufgetan: Das verschwindende Klopapier
Die Rollen verschwinden auf seltsame Weise immer aus dem Bad. Ich benutze jetzt Taschentücher und hoffe, dass Didi morgen welche einkauft…

Das Mysterium der nassen Straße ist immer noch nicht aufgeklärt!! Es darf weiter gerätselt werden :)
 

Aber um finally auf den heutigen Tag zu kommen:

Falls ihr es noch nicht wisst, es ist die Anti-Rabies-Week, also die Tollwutsbekämpungwoche.

Gegen viertel nach 2 war die meiste Arbeit getan und alle Hunde waren versorgt und spazieren.
Deshalb wurden wir gefragt, ob wir nicht Lust hätten mit den anderen in der Umgebung Hunde gegen Tollwut zu impfen. Das klang nach einer spannenden Abwechslung und es wurde auch eine tolle Erfahrung :3
Wir zogen wie Zeugen Jehovas von Haus zu Haus, um zu schauen, ob da irgendwo Straßen-/Hunde waren. Wir fingen sie ein, gaben ihnen eine Impfung, markierten sie mit roter Sprayfarbe und schrieben Geschlecht, Aussehen und Größe auf unsere Liste.
Mal waren die Hunde schwieriger zu fangen, mal waren sie wehleidiger und wurden teilweise aggressiv. Jeder Hund war ein bisschen anders, wie wir Menschen eben auch :)


 
 
Unter anderem kamen wir in eine eingezäunte Gesellschaft. Es sah aus wie eine Kommune mit Türschildern wie „Smoking Room“ oder „Washing Room“. An den Wänden der ~10 Häusern standen Sprüche wie „stay strong“, „keep it simple“ oder „together we can do it“… Ich war etwas verwirrt.
Wir impften die 3 Schäferhunde und das kleine andere Etwas und beim Rausgehen sah ich dann ein Schild und mir wurde es klar: Wir waren gerade in einer Drogen- und Alkoholentzugsklinik!

Die Landschaft dort ist wirklich ausgesprochen schön! Überall Reisfelder, Bäche, Täler und Berge. Und alles so schön grün….
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 kleiner Erdrutsch
 ja, da mussten wir durch
Eine Treppe - super zum rennen

Gegen Ende kehrten wir in einem sehr einfach gebauten, kleinem Lehmhaus ein und bekamen Weißbier serviert. Ähh… ich meine natürlich Reisbier: Reis mit Wasser und 4-5 Tage stehen lassen. Mmh! Keep it simple^^
Der Geschmack ist wirklich nicht berauschend, dafür aber der Alkoholgehalt: ähnlich stark wie Wein. Es schmeckte auch eher nach Wein als nach Bier. Ein bisschen süß, aber nicht sehr angenehm. Eher verdorben süß :P
Ich schaffte es irgendwie den ganzen Bottich zu leeren und wir zogen fröhlich weiter.


 

Um halb 6 kamen wir zurück und haben bei unserer Safari durch Bäche und Wiesen über 20 Hunde gegen Tollwut impfen können!! :3


Mehr Fotos werde ich morgen noch machen, an meinem vorerst letzten Arbeitstag dort. (Wann ich sie hochladen kann, ist noch nicht sicher)
Denn am Freitag fahre ich ins Workcamp nach Gaujini (Distrikt Nuwakot). Dort baut Karmalaya Häuser und Schulen, macht Straßen und beschäftigt Kinder.
Ich werde dort bis Dienstag sein. Mal schauen, wie ich dort helfen kann :)
Es liegt auf einem Berg und ist ein kompletter Unterschied zu Kathmandu! Es gibt dort weder Wlan, noch Internet oder ein Handynetz. Alleine der Weg dorthin soll ein riesiges Abenteuer sein, denn man fährt mehrere Stunden mit einem Bus über holprige Straßen und muss dann auch noch Stunden zu Fuß gehen. Jeyy!!
 

Bye :)

 

P.S.: Das einzig richtig unangenehme, ja sogar widerliche hier, ist das Spucken von Lungenharingen Die Nepalesen ziehen hierbei möglichst viel von möglichst tief mit einem möglichst lautem Geräusch hoch und spucken es irgendwo auf den Boden.
Und nein, das machen nicht nur die Männer...

14. September 2015

Geschichten aus dem Paulanergarten.... ähh Kathmandutal

Namaste!
 
Eigentlich war als nächster Post eine Bilderreihe geplant, aber das Wlan hier ist wirklich (zur Zeit?!) sehr langsam und deshalb werdet ihr wohl auf Anschauungsmaterial noch etwas warten müssen.
Ich werde das dann vlt in einem Café in der Innenstadt machen, in dem es schnelles Internet gibt.
Aber hey, ich bin in Nepal. Hier ist vieles anders und alles braucht seine Zeit.
 

Aktuell sind ja 30 Leute mit der Organisation Karmalaya in Nepal unterwegs. Wie ich kürzlich erfahren habe, werden es im Oktober 60 Volunteers sein :O Und meine Mutter dachte, ich wäre der einzige Verrückte^^
Seit dem Erdbeben gibt es viel mehr Anfragen von Jugendlichen/jungen Erwachsenen, die hier helfen wollen. Eigentlich ja traurig, dass erst so eine Katastrophe passieren muss, damit die Leute hierher kommen wollen.
Die meisten gehen nach Gaujini, ein kleines Dorf, in dem Karmalaya (bzw. die Volunteers) Häuser baut. Aber auch andere Projekte werden von uns unterstützt.


Ich habe ja vor dem Erdbeben gebucht und bin körperlich eingeschränkt, weshalb ich mich dazu entschlossen habe trotzdem in "Nicht-Erdbeben-Projekten" zu helfen. Auch dort kann man etwas bewirken!
Ein Wochenende werde ich vlt dennoch nach Gaujini fahren und dann werde ich ja sehen, wie es dort so ist. Im Moment sind auch sehr viele Volunteers in diesem Dorf zum Häuserbau.

 
Am Donnerstag begann meine Arbeit im KAT Centre bei den Straßenhunden.
Um 6 Uhr klingelte mein Wecker, weil ich mit Lukas frühstücken wollte.
Ihm ging es aber gar nicht gut: Er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen und erhöhte Temperatur… Deshalb entschied er sich nicht nach Gaujini zu fahren, sondern erst mal hierzubleiben.
Ich frühstückte dann alleine (die Mädels mussten noch früher weg) und ging zum Volunteerhaus, um den anderen auf Wiedersehen zu sagen.

Gestern fühlte sich Lukas fit genug, um endlich die Reise anzutreten. Er war verständlicherweise über seine Erkrankung nicht sehr erfreut und dementsprechend froh, dass es endlich losging.

 
Heute verließen wir die Arbeit früher, um in Thamel Geld zu wechseln und noch einkaufen zu gehen. An der Hauptstraße angekommen begann plötzlich der Regen und wurde immer schlimmer. Wir stellten uns wo unter und warteten…
Nach wenigen Minuten konnte der Boden nichts mehr aufnehmen und es bildeten sich Rinnsale, die immer weiter wuchsen. Aus den kleinen Bachläufen wurden schon fast Flüsse, die sich in die Erde fraßen.
Nicht nur Erde wurde so bergab transportiert… Auch Müll, Plastikteile oder Flip Flops schwammen an uns vorbei.


Gut, dass ich in der Früh meine Wäsche zum Trocknen auf der Dachterrasse aufgehangen habe. „Ist bestimmt super trocken, wenn ich zurückkomme…“, dachte ich mir.

 
 
So billig, wie hier viele Dinge sind, müssen andere Dinge auch teuer sein: Lebensmittel.
Das merkt man, wenn man im Supermarkt einkauft. Für eine kleine Packung Käse über 5€ zahlen, finde ich echt viel. Aber auch Obst und Gemüse ist oft sehr teuer.

Ich wollte mir ein kleines Stück Fertigpizza kaufen, weil man hier jeden Tag nur Reis und Kartoffeln isst. Mariell (die mit mir beim Straßenhundeprojekt ist) warnte mich jedoch, dass eine hier von der Pizza schon eine Lebensmittelvergiftung bekommen hat. Und das aus einem so großen Supermarkt...
Er ist wirklich riesig, was man an der Oreo-Auswahl gut erkennen kann ;)

 
Ich legte das Stück dann doch lieber zurück, auch wenn ich mich nach etwas Vertrautem gesehnt hatte.

Die Ernährung hier ist wirklich anders. Reis, Linsen, Kartoffeln, Bohnen, Blumenkohl und scharfe Gewürze. Proteine bekommt man fast nie… Auch habe ich hier noch nie Fisch oder Fleisch gegessen.

Wartet! Stimmt gar nicht: Heute hatte ich beim Abendessen zum ersten Mal 3 kleine Stücke Fisch :)


Man muss echt aufpassen, was man hier ansonsten isst. Salate sollte man sowieso meiden, aber auch Essen von den Ständen am Straßenrand gelten für uns Europäer als weniger bekömmlich. Viele Volunteers hatten schon eine Lebensmittelvergiftung, weshalb ich noch vorsichtiger bin.

 

Es gibt hier ein paar Mysterien. Mal mehr, mal weniger mystisch…

Mysterium „Schuhediebstahl“

Eines Morgens, als ich das Haus für die Arbeit verlassen wollte, fehlten vor der Türe meine Flip Flops… Ich hatte sie am Vorabend sicher dort ausgezogen, aber finden konnte ich sie nirgends. Ich bin dann extra nochmal hoch in mein Zimmer, um meine festen Schuhe zu holen.
Als ich von der Arbeit wiederkam, waren sie immer noch verschwunden. Na gut, wurden sie halt geklaut… Muss ich mir eben neue kaufen.
Abends allerdings wollte ich nochmal zum Volunteerhaus rüberschauen und stellte fest, dass die Flip Flops wieder dastanden; als wären sie nie bewegt worden. Stattdessen fehlten meine festen Schuhe. „Das darf jetzt nicht wahr sein!!“, dachte ich mir, denn diese Schuhe sind spezielle Lauf-/Trekkingschuhe und kosten viel Geld.
Komischerweise standen am darauffolgenden Morgen beide Schuhe nebeneinander und seit diesem Tag ist kein Paar mehr verschwunden.


Mysterium „Regenschirm“

Überall in der Stadt laufen Nepalesen mit offenen Regenschirmen durch die Gegend. Und das obwohl es nicht regnet, sondern die Sonne scheint.
Normalerweise müsste man doch denken, dass sie die Sonne gewohnt sind und höchstens halt ein Kappe oder Sonnenbrille brauchen. Beim Fotografieren ist das nämlich besonders blöd, weil du auf fast jedem Foto Regenschirme drauf hast.
Die ersten Tage hier waren halt auch sehr trocken und es regnete wenn dann nur kurz. Als aber auf einmal der Monsunregen losbrach, waren sie alle sofort geschützt, während ich erst mal mein Poncho aus den Tiefen des Rucksacks rauskramen musste.
Immerhin ist ja Ende der Regenzeit und nach diesem Ereignis löste sich dieses Mysterium auf, denn ihr Verhalten erschien auf einmal sehr logisch.


Mysterium „Nasse Straße“

Zwischen dem Haus, in dem ich wohne und dem Volunteerhaus gibt es ein Stück Straße (Sandboden), welches immer feucht ist. Auch nach mehreren Stunden oder Tagen Sonnenschein sind diese 100 Meter immer nass.
Hier dürft ihr nun etwas rumrätseln, warum das so sein könnte. Die Auflösung kommt ein andermal :D



Andere Geschichten

Maden zu Reis

Eine Aufgabe im aktuellen Hundeprojekt ist es Decken zu waschen. Ab und an sieht man da mal ein Made, die entweder aus den Wunden der Tieren gefallen ist oder aber von den Tierärzten beim Wunde versorgen einfach an der Decke abgestreift wird.
Letztens ist uns aufgefallen, dass Maden wie Reiskörner aussehen. Ich konnte dann nicht anders und sagte: „Ja und heute Mittag bekommen wir gar kein Reis zum Essen, sondern es werden einfach Maden eingesammelt und gekocht. Mmmmh lecker!“
Also einen guten Appetit, wenn es bei euch das nächste Mal Reis gibt ;)

 

Busfahren in Kathmandu

Das ist hier wirklich gewöhnungsbedürftig und am Anfang kann man sich, wenn man alleine unterwegs ist, nur verfahren. Weil:
Es gibt keine Bushaltestellen! Stattdessen winkst du einfach einem vorbeikommenden Bus und er hält an. Du steigst ein, fährst und wenn du wieder aussteigen musst, gibst du Bescheid und steigst du aus… Haha witzig!
Dazu musst du halt auch wissen, wie es bei deinem Ziel aussieht. Adressen gibt es nicht. Straßenschilder auch selten. Bedeutet: sehr gut beim ersten Mal aufpassen, wo du ein- und aussteigst, damit du auch wieder zurückfindest, sonst heißt es: Laufen!
Außerdem gibt es nicht nur einen Fahrer, sondern auch einen zweiten Mann. Er sammelt das Geld ein und steht immer wie eine Art Marktschreier an der Tür und schreit ausm Fenster raus, wohin der Bus fährt. Teilweise ist aber auch einfach die Tür offen...
Ach, und ein Bus kann nie voll genug sein. Es passen immer noch Leute rein, auch wenn sie halb aus der Tür hängen.

 
Tuktuk – Je mehr Komfort unten, desto weniger oben

In Asien sind die Menschen kleiner als in Europa. Dementsprechend niedrig sind die Türrahmen, aber auch die Autos.
Wenn ich jetzt in einem Tuktuk bin, bei dem die Bank ein besonders dickes Polster hat und ich sehr bequem sitze, kann es passieren, dass ich bei Schlaglöchern oder Bodenwellen (und die gibt es hier ja sehr oft) mit dem Kopf oben gegen die Decke knall… :/
Es gibt aber noch tiefere Decken in Tuktuks, in denen es dann wieder besser ist, weil ich mich zwischen Polster und Decke mit dem Körper einspreitzen kann und somit permanent die Decke berühre, die natürlich immer sauber ist….

 



Das war’s wieder mal aus Nepal!

Ein Eintrag über meine Arbeit und der Bilderbericht werden folgen :)
 

Tobi

10. September 2015

Die Einführungstage

Für euch auch eine kurze Einführung bzw. Erklärung:
Nawa wohnt 10 Minuten von unserem Haus weg und spricht nur Englisch. Er war derjenige, der mich vom Flughafen abgeholt hat. Er gibt Nepali-Unterricht und zeigt uns die Stadt.
Bhagwan ist das Mädchen für alles, der zusammen mit seiner Mutter im Volunteerhaus wohnt. Er spricht gut Deutsch und kümmert sich um alle Anliegen.



Die ersten Tage hier dienten der kulturellen Einführung.
So richtig los gingen diese erst ab Montag, aber da Lukas und ich Samstag schon angereist sind, bekamen wir Sonntag bereits die Möglichkeit die Stadt zu erkunden.

Nach dem Frühstück (Toast und Marmelade; Nepali frühstücken normalerweise nicht) kam Nawa und wir unterhielten uns unter anderem über unsere Hobbys, aber auch über Belgien und Deutschland und deren Biere.

Danach ging es das erste Mal mit einem Microbus zum Thamel, dem Touristenviertel Kathmandus.
Puhh... Der Verkehr ist hier wirklich komplett anders. Zum einen ist das Fahren auf der linken Seite für mich immer noch ungewohnt, zum anderen wird beim Überholen auch auf der rechten Seite gefahren, hupend und ohne Rücksicht auf den Gegenverkehr. Kreuz und quer ist hier Standard. Aber Hauptsache hupend!
Stinken tut es auch. Teilweise mehr, teilweise weniger. Umweltplakette? Wer braucht das?
Schwarze rauchige Gebilde qualmen aus den rostigen Auspuffen, um bei den nächsten Autos durch die offenen Fenster in die Nasen der Menschen einzudringen. Zusätzlich entstehen Wolken aus dem aufgewirbelten Sand, die sich mit den Abgasen zu einem dreckigen, giftigen Etwas vermengen.

Deshalb tragen viele hier auch einen Mundschutz, aber bei mir kommt dann mein Buff zum Einsatz, der über den Mund getragen wenigstens größere Partikel rausfiltert.

Nawa führte uns dann durch die Gassen und Shoppingmeilen zu einer Wechselstube, damit Lukas und ich Geld wechseln konnten.

Anschließend zeigte er uns ein Restaurant in Thamel, in dem es die besten Momos geben soll. Hier machten wir Rast und probierten die mit Gemüse oder Fleisch gefüllten Teigtaschen.
Ich bemühte mich hierbei immer mit rechts zu essen, aber nach dem Trinken beispielsweise nahm automatische meine linke Hand die Gabel, was ich dann erst nach mehreren Bissen merkte.
Inzwischen weiß ich aber, dass das kein so großer Fauxpas ist - zumindest wenn man mit der Gabel ist.

Rechts sieht man das Schild vom Restaurant
Das Zeichen links sieht man hier öfter und hat nichts mit dem kranken 3. Reich zu tun

 

Am Abend kamen bei uns noch zwei Mädchen an, mit denen wir uns auf der Dachterrasse über zahlreiche Themen unterhielten. Die Eine geht ab Donnerstag nach Chitwan zu den Elefanten und die Andere ins Naturschutzprojekt nach Annapurma.

Insgesamt sind im Moment ca. 30 Volunteere mit Karmalaya in Nepal, von denen 15 in Kathmandu sind, also bei Bhagwan und Didi wohnen. Sie kommen aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz.

So sahen die letzten Tage hier aus:

Montag bis Mittwoch standen wir um 5.45 Uhr auf, duschten und gingen dann zum Volunteerhaus von Karmalaya (5 min zu Fuß), um dort nach einer Tasse Tee um 6.30 Uhr Yogaunterricht zu bekommen. Das dauerte etwa bis 8.30 Uhr und anschließend ging’s fürs Frühstück wieder zurück zu Didi.
Mit vollem Magen kehrte man schließlich um 10 zum Volunteerhaus zurück, denn dort bekamen wir Nepali-Unterricht, Hinweise zur Kultur und auch Infos zur Geschichte Nepals/Kathmandus.
Dort wurde die Energie vom Essen verbraucht, so dass wir hungrig zu Didi liefen, die uns Dal Bhat servierte.
Nachmittags gegen halb 3 durfte man dann erneut die Location wechseln und das Karmalaya-Haus aufsuchen, denn dann folgte das Sightseeing – mit Taxi, Tuktuk oder Microbus. Alleine die Fahrten waren eigentlich immer Aufregung genug.
Abends waren wir um ca. 6 Uhr zurück und aßen wieder Dal Bhat bei Didi.

Man kommt sich vor wie so ein Tischtennisball, der von Bhagwans und Didis Haus hin und her geschossen wird. Von in der Früh bis abends. Jeden Tag aufs Neue. Ohne Rücksicht auf die Nepalesen, die uns so oft ertragen müssen, weil wir jeden Tag zigfach an ihnen vorbei gehen.

Dienstag kam es außerdem nach dem Abendessen zu mehreren Runden Werwolf (= Werwölfe von Düsterwald. Wer dieses Spiel nicht kennt, verpasst so einiges), die sich bis halb 11 hinzogen. Um das Spiel zu holen, lief ich ein weiteres Mal zu Didi und wieder zurück :D
Mittwoch hatten wir nachmittags frei. Die meisten gingen zum Shopping Center oder nach Thamel, um Sachen für die langen Fahrten bzw. z.B. auch den Aufenthalt in Gaujini (kleines Dorf mit nur kleinem Supermarkt) einzukaufen.

Ich bleibe ja erstmal länger in Kathmandu und hatte alles, was ich brauchte und entschloss zum Friseur zu gehen, weil ich wegen meinen längeren Haaren gefühlsmäßig viel Wasser zum Waschen und sie lange zum Trocknen brauchen und ich sowieso jeden Tag mehrmals an einem vorbeilaufe. Ich habe mich vorher bei mehreren Nepalesen informiert, was ein Friseur fürs Schneiden verlangen darf, um nicht übers Ohr gehauen zu werden: An der Straße bis zu 100 und in einem Beautysalon bis zu 300 … Rupien natürlich!
Ich machte mich auf den Weg bzw. ging halt 5 Häuser weiter und sagte ihm in gebrochenem Nepali, dass ich Haare schneiden lassen will und fragte, wie viel es kostet. Er fragte nochmal nach und ich wiederholte die Frage nach dem Preis mit anderen Worten. Diesmal verstand er mich und meinte 70 Rupien. Passt, dachte ich mir. Muss ich nicht mal verhandeln :) Gegen 59 Cent ist schließlich nichts einzuwenden^^
Ich deutete ihm an, wie viel noch übrig bleiben soll und er fing mit dem Schneiden an. Das ist aber nicht so wie bei uns: Statt mir die Haare mit Wasser einzusprühen, wie es im Westen oft gemacht wird, schnippelte er einfach drauf los. Und das nicht mit 30 Scheren und 5 Kämmen, sondern er hatte genau eine Schere und dazu einen groben und einen feinen Kamm.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass er die Länge an Haaren wegschneidet, die übrig hätten bleiben sollen. Aber er verstand kein Englisch und ich wusste, dass in meinem Sprachführer auch nicht viel Sinnvolles zu so einer Situation stehen würde. Ich ließ ihn deshalb einfach sein Handwerk verrichten.

Nachdem er die letzten Schnitte vorgenommen hatte, rasierte er mir mit einem Rasiermesser den Nacken aus. Ich sah zufällig Nawa vorbeilaufen (Es gibt keine Tür; eher wie eine Garage zur Straßenseite hin offen) und rief ihn her. Ich fragte, ob ich dem Friseur 100 geben kann oder ob das zu viel ist. Man muss hier ein bisschen aufpassen nicht wie ein spendabler reicher Weißer rüberzukommen, weil das die Nepalesen eher ungerne sehen und verärgern könnte. Nawa sagte ja und ich bat ihn für mich zu übersetzen, dass ich ihm Hundert gebe. Er sagte es dem Friseur und sie wechselten ein paar Worte. Daraufhin meinte Nawa zu mir, dass der Friseur kein Nepali kann und wahrscheinlich aus nem Bergdorf kommt.
Jetzt weiß ich auch, warum er mich am Anfang nicht sofort verstanden hatte. Mein Nepali war nicht grottig, sondern seins xD

Meine Mum bat mich abends um ein Foto, das ich euch nicht vorenthalten will. Da es schon dunkel war, wurde es ein Selfie mit Blitz:


 
Um halb 5 trafen wir uns wieder beim Volunteerhaus und machten vegetarische Momos. Gar nicht so einfach den Teig so zu falten, dass er hält. Dazu gab es Kartoffelcurry und Soße. Yo mitho chha! (Das ist lecker :))
Nach dem Essen redeten wir viel, da es der letzte gemeinsame Abend war, bevor sich alle aufteilen und zu ihren Projekten fahren. Nach Gaujini, Pokhara oder Chitwan.
Wir sind echt eine coole Truppe gewesen, die sich jeden Tag besser verstanden hatte.


Didi habe ich schon öfters gefragt, ob ich ihr beim Kochen helfen kann, aber sie lehnte es immer dankend ab. Wenigstens abwaschen durften wir Volunteere und rotierten dabei, so dass jeder mal drankommt :)

Erwähnenswert ist auch, dass Strom und Wasser, aber vor allem Wlan hier keine Selbstverständlichkeit sind:
Mehrmals am Tag fällt der Strom für mehrere Stunden aus oder wird abgestellt. Fließend Wasser hatten wir auch schon öfters nicht, so dass wir nicht duschen konnten. Und wenn wir duschen können, ist das Wasser natürlich kalt. Das Wlan hier funktioniert auch nur sporadisch und ist längst nicht so schnell wie im Westen.
 

Das war jetzt sehr viel Text… Bilder vom Sightseeing werden in einem extra Bericht folgen, keine Angst. Wir haben so einiges erlebt und gesehen, also seid gespannt!
Bis dann!

8. September 2015

Kathmandu Tag 1 - Der Tag, an dem ich göttlich wurde

Bzw. ich starte früher. Wieder in Muscat am Zwischenhalt :)

Ich konnte dort nämlich ein Drama miterleben: Eine Frau hatte ihren Flieger ganz knapp verpasst und hat angefangen rumzuschreien. Irgendwann wurde daraus ein Heulen und Schluchzen, bis sie dann zusammenbrach und nur noch wimmerte. Das Personal versuchte sie zu beruhigen, aber vergeblich. Sie brachten die Frau in einen Nebenraum, aber man konnte sie trotzdem noch hören…
10 Minuten später wurde sie mit einem Rollstuhl abgeholt, weggefahren und ausgepeitscht. Nein, keine Ahnung, was mit ihr dann wirklich passierte^^ Aber es sorgte so oder so für genug Aufsehen. Mehr als ein Dutzend Reisende waren das Publikum, welches aber weggeschickt wurde. ENDE

Draußen hatte es als ich den Flieger verließ angenehmen 21°, aber der Flughafen wird so krass runtergekühlt, dass es selbst mit Strickjacke echt kalt war…

Es war 1.40 Uhr und ich wusste, dass in 5 min das Boarding am Gate 18 für den Flug nach Kathmandu beginnt. Nebenan war gerade Boarding nach München und ich wurde von den Aufrufern dort gefragt, ob ich denn nicht nach München müsse. Ich erklärte ihnen, dass ich da gerade herkomme und erstmal nicht vorhabe schon nach Hause zu fliegen :D


Zurück zu Gate 18: Auf den Displays wurde angezeigt „Last call for Dubai“ Und deshalb saß ich mich wieder hin. Auf einmal kamen gefühlte 2.000 Asiaten auf das Gate zugestürmt. Und ich dachte mir noch so: Die müssen wohl doch nicht alle noch nach Dubai?? Und dann hab ich sie mir genauer angeschaut und stellte fest, dass sie ziemlich nepalesisch aussehen. Warte… Das sind Nepalesen!
Na klasse :/ Die haben die Anzeige nicht aktualisiert und das war schon das Boarding für Kathmadu. Ich durfte mich dann ganz hinten anstellen, aber irgendwann konnte ich auch mal die Wartehalle betreten… 3 hellhäutige (zwei Frauen und ich) und der Rest alles Nepalesen. Da fiel man schon auf und es wurde geschaut und getuschelt. Hinzu kam noch, dass ich mit meinen „kleinen“ deutschen 1,78 Meter die größte Person im Raum war^^

Naja irgendwann kamen dann die Busse und das Gedrängel ging los. Ich hielt mich eher in den hinteren Reihen auf und war dann im zweiten Bus. „Nicht so schlimm“, dachte ich mir, „ich hab ja meinen festen Sitzplatz.“ Ja…. Was soll ich sagen… Wir kamen dann am Flugzeug an und als ich drinnen an meinem Sitzplatz stand, war dieser schon besetzt… Der Steward meinte, ob es mir was ausmache woanders zu sitzen, ich sagte „Nein“ und bekam einen Platz gegenüber.

Ich wurde dann recht schnell müde, immerhin war es beim Start auch schon knapp 3 Uhr (in Deutschland 1 Uhr) und ich hatte weder in der Nacht davor viel geschlafen, noch im ersten Flieger (dort nämlich gar nicht). Die Sitze waren nicht so bequem, also nahm ich das Kissen hinter den Rücken, was den Komfort schon ziemlich verbesserte. Dann ging es recht schnell und ich schlief ein.
Ab und an wurde ich mal wach, als es zum Beispiel Frühstück gab oder die Räder in Kathmandu aufsetzten. Was?? Schon da? Ja, ich habe tatsächlich die Landung verpennt und nicht einmal rausgeschaut, um Kathmandu oder den Himalaya anzuschauen. Aber ich hatte zu meiner Verteidigung auch keinen Fensterplatz durch den Sitzplatzwechsel.

Nun ja, wir verließen dann das Flugzeug und machten uns auf den Weg zum Flughafen.


In der Eingangshalle musste man dann sein Visumswisch zeigen und je nach Aufenthaltsdauer bezahlen. Danach ging’s weiter zum Schalter, an dem man das Visum abgibt, die Quittung zeigt und anschließend bekommt man sein Visumsbaperl in den Reisepass geklebt.

Es folgte nochmal eine Sicherheitskontrolle und man kam schließlich zu den Gepäckbändern. Mein Rucksack ließ ein wenig auf sich warten, aber dann ging es los Richtung Ausgang und man konnte wählen zwischen grün und rot. Ich wählte ganz unschuldig grün und hoffte nicht kontrolliert zu werden, denn die Zollbedingungen sind so altertümlich, dass sie glaube ich keiner beachtet. Darin steht nämlich sowas wie: Nur ein Musikinstrument, aber nur, wenn man Berufsmusiker ist oder aber: Nicht mehr als 10 Fotofilme für eine gebrauchte Kamera. Und natürlich nur einen gebrauchten Laptop.

Es ging alles gut, ich kam draußen an und suchte meinen Abholer, den ich nicht finden konnte^^
Die Organisation schrieb etwas von „geschultes Personal“ und „sie finden dich meistens schneller, als du sie“. Aber niente. Ich schob meinen Wagen mit Gepäck durch die Gegend und hoffte auf einen Mann mit Karmalaya Tshirt. Irgendwann sprachen mich zwei Männer an und fragten, wo ich hin muss. Ich sagte „Karmalaya“ und sie meinten „Ja, hallo. Guten Tag“ – sogar auf Deutsch! Naja ich folgte ihnen dann und wusste nicht so recht, ob sie diejenigen sind, die mich abholen sollten. Deshalb fragte ich nach Bhagwan. Sie riefen wen an und führten mich schließlich zum Karmalaya-Mann „Nawa“. Es war zwar nicht Bhagwan, aber diesmal wirklich einer von der Organisation.
Also waren die Zwei wohl nur so ne Art Mittelmänner :D

Er empfing mich herzlich, hing mir eine Blumenkette um, schoss ein Foto von mir vorm Flughafen und lud mein Gepäck ein. Am Parkplatz konnte ich schon die ersten Straßenhunde sehen.
Wir fuhren dann los Richtung Gastfamilie und er erklärte mir mehrere Sachen wie zum Beispiel die „Umgehungsstraße“, welche 29 km lang kreisförmig um Kathmandu liegt bzw. eher durch Kathmandu hindurch geht, wie so ne Art Beltway. Größtenteils ist die Straße in Ordnung und es gibt nicht sooo viele Schlaglöcher.


Am Gehweg waren neben den Hunden auch noch andere, kleinere Tiere, aber Katzen waren es nicht…
Seht am besten selbst:

Die ersten Affen in freier Wildbahn, die ich in meinem Leben zu Gesicht bekam :D
Zum Autofahren in Kathmandu kann man noch einiges sagen… Es ist Linksverkehr, weil das erste Auto, das nach Nepal gebracht wurde, eins aus England war. Es geht unheimlich zu auf den Straßen; viele Roller-/Motorradfahrer, Microbusse und Taxis. Es gibt eigentlich keine erkennbaren Regeln. Es wird einfach permanent gehupt. Vor jeder Kurve, beim Abbiegen, beim Überholen, aber auch wenn andere hupen oder es für uns keinen ersichtlichen Grund gibt. Es wird fast mehr gehupt, als gefahren. Auch gibt es verschiedene Hupen“sounds“. Hupen hier und hupen da. Hup. Fertig.
Ach und die Stromleitungen hier sind auch sehr … hmm .. ja „safety first“. Das Bild spricht eigentlich für sich:


Irgendwann verließen wir dann den Beltway und bogen einmal rechts und bisschen später links ab und es war wie so ne Downhillpiste für Mountainbikes^^ Schlaglöcher überall, bisschen Teer hier, mal bisschen Teer da. Ach da drüben reichen Tonscherben oder nee - da lassen wir einfach ein Loch.
So wird es beim Straßenbau sicher nicht ablaufen, aber aussehen tut es sehr danach.

Wir kamen dann so gegen 10 Uhr beim Haus meiner Gastmutti an und ich wurde mit „Namaste“ begrüßt, was ich ebenfalls erwiderte – natürlich mit gefalteten Händen und Verbeugung. Zu Deutsch: „Ich begrüße das Göttliche in dir.“ Und wenn sie das zu mir sagt, dann muss ich wohl göttlich in mir sein :D Auch bekam ich eine Tika auf die Stirn und es war wirklich ein herzlicher Empfang, der mit einer Tasse Tee weiterging, bei dem ich mir gleich mal ordentlich die Zunge verbrannte. Hier muss man halt das Wasser richtig kochen, um alles abzutöten, was da so rum’schlawanzelt.

Meine Muddl zeigte mir mein Zimmer:

Nicht schlecht!! Klein, aber fein. Die Matratze ein bisschen hart, aber hey: eine Matratze! Und mein Nachtkastl ist auch sehr geräumig. Dafür ist mir das Bett zu klein^^

Ich hab mich dann erst mal aufs Ohr gehauen ;) Mittags gab‘s dann das erste mal „Dal Bhat“. Linsensuppe mit Reis. Das wird hier 2 mal am Tag gegessen, aber immer mit bisschen anderen Currybeilagen. Beim Essen hat mir Volunteer Sybille Gesellschaft geleistet, die aber abends schon abgereist ist.

Später wollte ich das Angebot von Nawa annehmen und zum Einkaufszentrum fahren. War aber doch zu müde und schlief fast die ganze Zeit, bis dann gegen 6 Lukas ankam - ein neuer Volunteer: 21, aus Brüssel, fertigen Bachelor in Geographie, den er in Bristol (England) machte.
Er zog zu mir ins Zimmer ein und wird bis Mittwoch hier bleiben. Dann sind nämlich die Einführungstage zu Ende und er fährt für 5 Wochen nach Gaujini ins Workcamp. Danach will er Bergsteigen gehen und wenn es klappt nach Tibet weiterziehen.

Abends wurde uns wieder Dal Bhat mit Kartoffelcurry serviert, das Didi (= große Schwester; die Gastmutter) für uns „Europäer“ aber extra mild würzt. Unter mild verstehe ich zwar etwas anderes, aber die Nepalesen verstehen auch unter scharf etwas anderes :D

Dann stand uns die erste Nacht in Nepal bevor. Ich war aber hellwach, weil ich ja tagsüber geschlafen hatte^^
Den Lärm, den tagsüber die Hupen und Motorgeräusche machen, machen nachts die Hunde und Grillen. Das zieht sich dann bis 3 Uhr in der Früh und allmählich werden die Hunde von den Hähnen abgelöst. Wenn die Sonne aufgeht, werden schließlich auch die Grillen wieder leise, während das Hupen wieder losgeht. Richtig idyllisch also ;)

Das war mein erster Tag in Kathmandu und wie ihr seht, ist schon jetzt so einiges passiert :)


Pheri betaula! (Auf Wiedersehen!)  

6. September 2015

Über den Wolken

Hey, ihr da unten!

Im Moment befinde ich mich knapp 12 km über Ankara (Türkei) und werde in 3 Stunden und 11 Minuten in Muscat zwischenlanden.

In den letzten Tagen ist noch viel passiert: Ich habe einen Artikel für eine lokale Zeitung geschrieben, meine letzte Impfung erhalten und die letzten Kleinigkeiten wie Reisekaugummis oder „Mitbringserl“ besorgt.

Aber ich konnte auch einige Freunde verabschieden und es blieb sogar Zeit für einen Segeltörn am Ammersee vergangenen Montag :)


Eigentlich wollte ich gestern schon einen neuen Eintrag schreiben, aber die Zeit ging mir dann etwas aus… Mein Auto entschied sich paar Tage vorm Abflug Öl zu verlieren, was alles ein wenig verkomplizierte. Ich hätte meinen Lupo ja in die Werkstatt fahren können, aber andere Dinge hatten Vorrang ;) Außerdem ist es ja auch egal, ob er kaputt oder fahrtüchtig zu Hause rumsteht, weil ich eh 12 Wochen weg bin.

Bis gestern Nacht hatte ich ja noch nicht gepackt. Stattdessen gab es nur einen „Nepalhaufen“, auf den ich alles geworfen habe, was ich nicht vergessen wollte.
Was ich aber vergessen habe – fällt mir grad so ein – ist mich von den Hunden und der Katze zu verabschieden. Naja, ist ja nicht das erste Mal, dass ich einen polnischen Abgang hinlege.

Als der kleine Mount Everest an Gerümpel zum Mitnehmen fertig war, ging das Packen Stopfen los. Kleidung in einen Kompressionsbeutel, Luft rausdrücken, zuzippen und wieder von vorne…
Gefühlte 5 Stunden später war ich dann fertig und es hat alles grad so reingepasst, als mir einfiel, dass am kommenden Morgen der Toilettenbeutel noch dazukommt.
Also erst mal fast die Hälfte an Gepäck wieder aus der grünen Höhle von Deuter rausgenommen, umsortiert, gedrückt und gepresst, damit oben noch Luft bleibt.
„Puh… geschafft“, dachte ich mir. Doch dann entdeckte ich den Mehrfachstecker neben meinem Bett :/
Ich kam mir vor wie die Cantina Band: „Spielt den selben Song nochmal!!“ „Alles klar, den selben Song nochmal. Und loos“. In diesem Sinne habe ich ein weiteres Mal den Inhalt umgeschichtet und es irgendwie geschafft, den Stromverteiler seitlich reinzuquetschen.
Das Handgepäck war dagegen viel leichter zu packen und auch die Gewichtsbegrenzung von 7 kg konnte ich mit 6,1 unterbieten :)

Es war schon lange nach Mitternacht, als ich endlich ins Bett fiel. Aber nicht um zu schlafen, wie man denken könnte, sondern um die wichtigsten Daten von meinem Handy auf den Laptop zu ziehen, es anschließend zurückzusetzen und die Daten und Bilder wieder draufzuladen.
Mein Handy hat sich nämlich letztens komplett aufgehangen und es ging gar nichts mehr…
Deswegen der „Neustart“ und nur das Nötigste an Apps.

Irgendwann konnte ich dann auch mal das Licht ausschalten und paar Stunden schlafen, bevor ich geweckt wurde und mich für die Abfahrt fertigmachte. Aber anstatt zum Flughafen zu fahren, haben wir erst noch nepalesische Rupien bei einer Freundin geholt, die ursprünglich aus Nepal kommt und erst dann ging es weiter zum Terminal 1.


Ich wusste, dass eine Freundin heute nach Rom fliegt, aber wann und in welchem Terminal, wusste ich nicht. Zufälligerweise war sie nur ein Buchstabe weiter :) Als sie allerdings ankam, war ich schon in der Schlange zur Sicherheitskontrolle… Trotz alledem konnten wir uns zumindest nochmal mündlich voneinander verabschieden und uns gegenseitig alles Gute wünschen.

Beim Boarding begrüßte mich die Dame am Schalter mit den Worten: „Ach - Hallo, Herr Igl. Seh‘ ich Sie doch nochmal.“ – Sie war es nämlich, die am Anfang mein Gepäck entgegennahm und mir mein Boarding-Pass gab.

Und ab ging es in die Maschine! 3.000 Stewardessen, die einen zu seinem Sitzplatz wiesen, nörgelnde Menschen, schreiende Kinder. Na klasse…

Irgendwann schaffte ich es, mir einen Weg durch die anderen Passagiere zu bahnen und mich auf meinem Platz einzufinden. Hinter mir Deutsche, rechts von mir zwei arabische Kinder (ca. 5 Jahre alt) vor und links neben mir Araber. Hussa!
Ich machte mich dann mal mit dem Touchgerät im Sitze meines Vordermannes vertraut und stellte fest, dass es ungefähr alles hat, was das Herz erfreut. Filme, Serien, Radio, Musik und Hörbücher in Deutsch, Arabisch oder Englisch. Auch Spiele gab es und 2 Außenkameras, für die Cockpitsicht oder die Vogelperspektive. Die Kinder neben mir bedienten das Tablet, als ob sie im Bauch ihrer Mutter schon damit angefangen hätten. Auch beim Start und bei der Landung blieben sie ruhig, als ob sie das schon von Geburt an kennen.




Plötzlich hörte ich hinter mir jemanden hektisch sagen: „Hey, was ist los mit dir? Heeey, was ist denn los?“. Und dann rief er die Stewardess. Ich drehte mich um, und sah den schräg hinter mir Sitzenden mit zuckenden Gliedmaßen und verdrehten Augen in einem tiefrotem Gesicht :O Das geht ja gut los!
Sah für mich wie ein epileptischer Anfall aus, welcher 2 Minuten andauerte. Sein Freund watschte ihn in dieser Zeit immer wieder und irgendwann kam dieser zu sich und fragte, was denn los sei…
Die Stewardess fragte berechtigterweise, ob er denn zum Fliegen noch fähig sei oder ob er einen Arzt brauche. Darauf erwiderte er, dass er nur 2 Minuten zum runterkommen braucht und gern was zum Trinken hätte. Als die Stewardess weg war, erklärte ihm sein Freund, was geschehen war und ob er Epileptiker sei, was er verneinte und meinte, das wäre ihm noch nie passiert.
Ich würd ja an seiner Stelle nen Arzt aufsuchen, aber muss er selber wissen… Wenn sowas beim Autofahren passiert, wäre das sicherlich nicht so ungefährlich und auch nicht für die anderen Verkehrsteilnehmer.

Endlich kam der Start und es ging los mit dem 6 ½ Stunden Flug, welcher ansonsten vergleichsweise ruhig verlief. Der Araber linker Hand wollte zwar alle 15 Minuten was von den Stewardessen, aber das konnte ich verkraften ;)

Es gab auch ein Mittagessen und man konnte zwischen Fleisch und Fisch wählen. Ich nahm natürlich Letzteres und dazu eine Coke.

Ich schaute mir die ersten drei englischen Folgen von „How to get away with murder“ an und jetzt weiß ich, was ich zu Hause suchten werde, wenn ich mit Elementary fertig bin.

Später gab’s dann noch nen Chickenwrap und in regelmäßigen Abständen schaute die Stewardess vorbei, um mir etwas zum Trinken anzubieten.
Tomatensaft nahm ich auch zwei mal. Das ist ja eins dieser Mysterien, auf die keiner eine Antwort weiß. Tomatensaft im Flieger: Ja, gerne – privat zu Hause: Ne, lieber was Anderes. So ist das wohl bei den meisten^^

Abendessen gab es komischerweise nicht, obwohl ich um 21 Uhr lokaler Zeit ankam.


Einmal noch durch den Sicherheitscheck und ich war im Golfflughafen angekommen.


Naja, ich hab mir dann was ganz exotisches im Flughafen in Maskat/Muscat gesucht :D


Und mein Handy aufgeladen habe ich auch. Ich hatte ja immerhin 5 ½ Stunden Aufenthalt…
Das war's erst mal an mehr oder weniger Spannendem :)

Liebe Grüße von der Front am Äquator