Deswegen habe ich dann nochmal umgepackt: den kleinen Rucksack in den großen ganz unten rein. Und dann alles andere drüber mit den am häufigst gebrauchten Dingen oben.
Der Rucksack sollte dann während der Fahrt zwischen meinen Beine, wie es im Bus nach Gaujini auch ohne Probleme geklappt hatte.
Es hieß 6 Uhr fertig sein und wir lagen um 5 vor 6 noch im Bett - zwar wach, aber immer den Wecker wegdrückend und nicht aufstehen wollend -, als das Handy von Santa klingelte und Bhagwan meinte: "Jetzt fährt der Bus!" Na klasse^^
Die einen müssen eine Stunde warten und bei uns ist er 5 min zu früh...
Wir packten die letzten Sachen in größter Eile zusammen und machten uns auf den Weg zum Bus, der 5 min entfernt auf uns wartete.
Insgesamt waren wir 6 nach Pokhara Reisende. 5 von ihnen gingen trekken und auf Apfelernte und der letzte alleine ins Kloster.....
Der erste Bus brachte uns zum großen Bus, wie es schon nach Gaujini der Fall war. Als ich den Rucksack allerdings mitreinnehmen wollte, hieß es: Halt! Der muss nach hinten...Super!
Ich hab dann so schnell es ging wenigstens mein Kindle und eine Wasserflasche rausgeholt, und dann wieder alles festgezurrt.
Dieser Bus und auch die Fahrt waren das komplette Gegenteil zu Gaujini:
Es gab Steckdosen, WLAN, gratis Wasser, Ventilatoren und bequeme Sitze darin!!?
Awesome und weird zugleich...
In so einem Land dieser Luxus; ließ einen echt sprachlos werden.
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Kleine Anekdote aus Gaujini, die mir grad einfällt:
Ich war erst frisch dort angekommen und fragte nach der Toilette. Aber nicht mit Worten, sondern auf Nepali-Art: Geschlossene Faust, mit kleinem Finger nach oben ausgestreckt; und die Antwort des Guides war: "You want to buy some marihuana?"
Hmm. Da war ich verwirrt, denn bis zu diesem Zeitpunkt, hatte das Zeichen immer funktioniert. Er kannte es nur irgendwie nicht und erklärte mir, dass man das in anderen Ländern als Code für Gras kaufen benutzt^^
Weil wir grad bei kurzen Geschichten sind, hier noch eine:
Es war eines Nachmittags im KAT-Centre.
Eine Mutter war mit ihrem Kind dort, das durch ein falsch ausgesprochenes Wort für viel Lachen sorgte.
Hier in Nepal gibt es ein von Kindern heiß begehrtes Getränk: "Frooti" Es ist Mangosaft und wirklich sehr lecker. Das wird hier mehr gehyped als Spezi/Cola bei uns.
Sie wollte also so ein Frooti haben, aber sagte: "Malai puti"
Puti steht im nepalesischen für das weibliche Geschlechtsteil.
Und da ich zu diesem Zeitpunkt schon mehrere "bad words" kannte, bin ich am Lachen fast genauso gestorben, wie die anderen Nepalesen in dem Raum xD
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Um 7 ging die Fahrt los, nachdem auch die letzten Nepalesen zugestiegen waren, und bereits nach einer Stunde konnten wir 5.000er bewundern *___*
Die Landschaft veränderte sich also und damit die Vegetation: Neue mir unbekannte Bäume und Büsche, selten sah man sogar einen Kaktus.
Nach zwei Stunden kamen wir wieder an einen Fluss, an dem wir dann all die kommenden Stunden entlang gefahren sind.
Wir machten auch Klopausen und kehrten zu Mittag in einem Restaurant ein: Natürlich gab's Dal Bhat.
Dort sah ich eine kleine blaue Hütte, die ich zuerst als Hundehütte einschätzte. Bei der Abfahrt allerdings erkannte ich, was es wirklich war :D
Die Fahrt ging weiter und als 180stes Bild an diesem Tag fing ich etwas ein, mit dem ich nicht gerechnet hatte:
Japp, eine Moschee :)
Zwischenzeitlich standen wir auch mal ca. 20 Minuten im Stau, aber ansonsten ging es zügig voran, denn die Straße war sehr gut ausgebaut und schon fast mit dem deutschen Standard vergleichbar.
Mittlerweile erwiesen sich die Ventilatoren auch als nützlich, weil mit jede Stunde, die verstrich, die Sonne noch heißer auf uns runterknallte.
Nach 7 1/2 Stunden erblickten wir eine Bergkette mit einem sehr spitzen Berg.
Später erfuhr ich, dass er auch "Matterhorn von Pokhara" genannt wird.
Er liegt 'hinter' Pokhara und ist von fast überall zu sehen - sofern das Wetter mitspielt.
(mittig über dem Baum)
Und schließlich nach über 8h Fahrt kamen wir endlich in Pokhara an.
Dort trennten sich unsere Wege, denn ich blieb dort am Parkplatz und sollte abgeholt werden und sie stiegen zügig in einen Jeep um und fuhren davon.
Viel Zeit fürs Verabschieden blieb da nicht.
Ich setzte mich in den Schatten und wartete... Wartete länger... Und versuchte es geduldig hinzunehmen, denn die nepalesische Auffassung von Pünktlichkeit ist ja... hmmm.... anders.
Nach einer halben Stunde Wartezeit rief ich Bhagwan an und fragte mal nach. Er meinte, dass es noch ca. 10 Minuten dauern würde, aber das klang eher nach einer Standart-Antwort...
5 Minuten später klingelte mein Handy und es stellte sich heraus, dass ich eigentlich woanders hätte aussteigen sollen, aber der Guide das irgendwie nicht wusste.
Nun ja nach 45 minütiger Wartezeit wurde ich dann auch mal aus der Hitze abgeholt - mit einem Motorrad.
Der Fahrer wartete 1 Stunde in einem Hotel und war also auch froh, dass das Warten endlich ein Ende hatte.
Er brachte mich zu einer Gastfamilie, bei der ich 2 Nächte verbringen durfte und es stellte sich heraus, dass der Fahrer der Vater der Familie ist :)
Ich wurde dort herzlich von der Gastmutti mit 2-jähriger Tochter empfangen und mir wurde gesagt, dass ich mit Lisa im Zimmer bin und auch Vali und Michi hier sind. (Im Moment waren sie aber auf Achse)
Eine gute Nachricht, denn ich kenne die drei bereits aus Kathmandu :3
Mein Zimmer :)
Ich bekam Tee und wir quatschten ein bisschen.
Irgendwann meinte sie, dass ich zu viel Nepali rede und mehr Englisch sprechen soll, damit sie es lernt. (Sie war darin echt nicht besonders gut^^)
Das hat mir doch sehr geschmeichelt ;) Ich spreche zwar nicht fließend, aber lerne halt jeden Tag neue Wörter dazu und versuche so viel Nepali zu benutzen, wie es mir möglich ist.
Bei diesem Anblick musste ich an den Hitchcock-Klassiker "Vögel" denken :P
Krähen gibt es hier viele...
Aber auch viele Bussarde/Adler (?) ziehen über einem ihre Kreise:
Ich habe übrigens mein Traumhaus gefunden *__*
Bergpanorama - links das "Matterhorn"
Sonnenuntergang in Pokhara
Hier in größer :)
Ich ruhte mich dann bis zum Abend im Zimmer von Lisa und mir aus und irgendwann kreuzten sie mit den anderen beiden Volunteers auf, mit denen ich mich dann über die Geschehnisse der letzten Zeit austauschte.
Nach dem Abendessen gingen wir dann noch zur Lakeside - also zur busy Gegend am Fewa-See. Wir trafen uns in einer Bar mit einem Japaner und einer Spanierin, die sie kannten und bekamen vom Asiaten Origami beigebracht :P
Es war eine schöne gemischte Truppe: Japaner, Spanierin, Österreicher und Deutsche :)
Und dann setzten sich noch 2 Ungarn, an den Nebentisch, mit denen bisschen geplaudert wurde.
Gegen halb 12 traten wir dann mal den Rückweg an - so spät war ich in Nepal noch nie auf den Straßen unterwegs.
In Pokhara gibt es weniger Straßen-/Hunde und deswegen verlaufen dort die Nächte ruhiger... Zumindest bis 4 Uhr, denn dann fangen die Hähne an sich zu unterhalten. Und das natürlich, so laut wie sie können^^ Man hat das Gefühl, dass hier in jedem Haushalt mehr Hähne als Menschen leben...
Es herrschen keine 30 Sekunden Stille, da schreit schon wieder einer. Und das fast durchgehend bis in die Mittagszeit.
Am nächsten Morgen gab es Frühstück - na klar, was denn sonst. Aber hier merkte man, dass wir die ersten Volunteers bei dieser jungen Familie sind: Es gab labbrigen Toast und Tee. Ohne Butter, Marmelade oder sonstige Belagsmöglichkeiten.
Und ich Idiot hatte die gekaufte Marmelade bei Santa gelassen, um an Gewicht zu sparen :/
Na ja, wir sind dann nochmal in der Stadt richtig frühstücken gegangen mit Spiegelei und Kaffee (diesen Geschmack kannte ich schon fast gar nicht mehr).
Im Anschluss teilten wir uns auf: Vali und Michi fuhren ins Museum, Lisa mit dem Japaner und der Spanierin zu einem entfernten See und ich traute mich alleine den Weg zurück zum Haus - ich fühlte mich nicht so gut -, in der Hoffnung mich nicht zu verlaufen :D
Ich fand es seltsamerweise irgendwie doch und legte mich nochmal mit Musik ins Bett, um die Hähne nicht ertragen zu müssen.
Nach dem Mittagessen, zeigte ich der Gastmutti und ihrer Freundin Bilder aus Kathmandu und Gaujini. Aber auch an Bildern von/aus meiner Familie war sie interessiert :)
Ich setzte mich dann auf die Dachterrasse und las an meinem neuen Thriller weiter: "Todesschrei" von Karen Rose.
Ich kenne bereits ihr "Feuer", das ich vor ein paar Jahren unter Spannung gelesen habe, aber das neue Buch soll dagegen viel besser sein, bzw das finale Buch der Trilogie. Ich arbeite mich trotzdem erst durch die zwei Vorspeisen durch, um dann noch sehnsüchtiger die Hauptspeise zu verschlingen ;)
Das kommende Foto kennen vielleicht schon einige von euch, aber ich möchte es denen, die es noch nicht kennen, nicht vorenthalten:
Ist das nicht traumhaft?
Wie ich an den gebrateten Reis gekommen bin, war ein kleines Missverständnis xD
Es war gegen 4 Uhr und sie fragte: "you like fried rice?" Ich sagte ja, weil ich dachte, sie meint es im Bezug aufs Abendessen und gegen gebratenen Reis spricht schließlich nichts (außer natürlich, dass es wie immer Reis ist^^), aber 5 min später stellte sie mir die Schüssel hin. Ich bedankte mich und aß brav meine Portion auf.
Zum Abendessen ging's an die Lakeside.
Wir entschieden uns für das Lokal "OR2K", in dem ich auch schon in Thamel, Kathmandu gegessen habe. Ich bestellte mir Falafel, weil ich noch nie welche gegessen hatte und kurz gesagt: sie schmecken mir nicht :D Nicht, weil sie schlecht zubereitet gewesen wären - die anderen bestätigten mir, dass sie "normal" und gut waren -, sondern weil mir schlichtweg der Geschmack überhaupt nicht zusagt. Ich spülte sie trotzdem mit Wein runter und durfte noch eine leckere übergebliebene Tomatensuppe essen :3
Auf dem Rückweg wurde mal wieder das bestätigt, was mir schon im Vorfeld über Pokhara gesagt wurde: Es sind mehr besoffene und bekiffte Leute auf den Straßen.
Und das stimmt echt! In Kathmandu hat man mal vereinzelt irgendwo einen Mann am Straßenrand gesehen, der irgendwas intus hatte, aber in Pokhara ist schon fast jeder zweite Nepalese auf den Straßen in andere Sphären aufgestiegen.
Zum Glück gibt es genug Touristen, die den Durchschnitt des THC-Gehalts und des Alkohols im Blut senken - mit ein paar Ausnahmen natürlich. Aber weiter im Text:
Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen, denn die drei brachen nach Kathmandu auf und ich ein paar Stunden später Richtung Kloster.
Pheri betaula!


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