Die 2 Wochen im Kloster sind natürlich viel zu schnell vergangen und trotzdem habe ich viel erlebt und viele nette, wohl eher zu nette Menschen kennengelernt, wie es sich beim Abschied zeigen sollte.
Aber beginnen wir von vorne:
Ich wurde bei der Gastfamilie von einem Taxi abgeholt und zu den Mönchen gebracht.
Matepani Gumba, das tibetanische Kloster, liegt auf einem Berg und am Fuße dieses Berges befindet sich eine Eingangspforte:
Danach geht es eine Serpentinenstraße hoch, bei der das Taxi schon zu kämpfen hatte und fast zum Stillstand kam...
Ächzend und ratternd kam die kleine Kiste doch noch oben an und ich betrat den Vorplatz des Klosters.
Nach etwas Wartezeit empfang mich der Office-Mensch, der mir den Tagesablauf mitteilte und meine groben Aufgaben aufzählte.
Danach bezog ich mein Zimmer:
Rechts das Pujagebäude, links oben ist mein Zimmer
Über dem PepsiStore, der immer geschlossen war
Groß, viele Fenster und riesen Bad.
Es hatte Fenster zur Stadt hin, was einerseits schön war, aber auf der anderen Seite konnten mir tausend Menschen dabei zusehen, wenn ich aufs Klo ging^^
Besonders sauber war es nicht und ich hatte viele Insekten als Mitbewohner...
Das störte mich nicht wirklich, aber bisschen komisch ist es schon, wenn man nachts aufs Klo geht und dir die Kakerlaken - bei ihrer Party gestört - Richtung Abfluss zwischen den Füßen durchflitzen...
Um 15 Uhr gabs dann Tee und so Reisflips und ich bekam die meisten der ca. 45 Mönche zu Gesicht, die dort leben, und war sehr überrascht, denn ich hatte mit einem höheren Altersdurchschnitt gerechnet. Statt 40-60 Jährige befanden sich 10-20 Jährige vor mir, die mich neugierig musterten.
Sie fragten mich nach meinem Namen und ich sagte ihnen "Tobi, wie 'topi'!" (so heißt die tradionelle Kopfbedeckung in Nepal). Das fanden sie besonders lustig :DD
Danach ging es zur "Puja". So heißt der Gottesdienst/die Meditationszeremonie.
Die schöne, bunte und kitschige Decke :)
Sie dauert in der Regel 1 1/2 - 2 Stunden und ich bekam immer wieder unsichere aber interessierte Blicke zugeworfen.
Ich wurde von euch schon mehrmals nach dem Ablauf der Puja gefragt und das ist ganz schwierig zu beantworten... Wenn man den "Meditationsraum/Tempelhalle" betritt, muss man erst einmal auf die Knie gehen und mit der Stirn den Boden berühren und wieder aufstehen; das ganze drei mal in Kombination mit gefalteten Händen die zum Kopf, zum Mund und zur Brust geführt werden.
Die Mönche sitzen auf zwei sich gegenüber befindenden Bankreihen - natürlich im Schneidersitz. Vorne befinden sich zwei große Stühle für die höchsten Buddhisten des Klosters. Ich saß anfangs immer ganz hinten auf einer Matte, durfte nach ca. einer Woche aber auch weiter vor auf eine gepolsterte Bank an der Seite :3
Die Mönche rezitieren dann Mantren mit unterschiedlicher Schnelligkeit, Lautstärke und mit verschiedenen Handbewegungen. Dazu gibt es die Klänge von Glocken, Becken oder Zimbeln und ab und an, so alle 10 Minuten, unterbrechen sie ihr Sprechgesang und es wird mehrmals rhythmisch auf zwei große Trommeln geschlagen mit Untermalung von zwei bzw. vier Tröten/Trompeten und selten auch mal ein Muschelhorn. Das klingt beim ersten mal sehr verstörend... Diese "Musik" würde in eine skurille Szene eines Psychothrillers viel viel besser passen als an so einen ruhigen Ort, in so einer friedlichen Religion. Ich würde es auch nicht Musik nennen, wenn ich einen passenderen Begriff dafür wüsste, denn das klingt für unsere westlichen Ohren wirklich sonderbar und mehr nach Gescheppar (keine Ahnung, ob dieses Wort im Duden steht^^ das klingt irgendwie zu negativ für diese Form der Musik). Dieser Spuk ist jedenfalls nach 30 Sekunden wieder vorbei und das monotone, meditationshafte Rezitieren geht wieder weiter. Ab und an sogar mit Melodie, welche schön zum mitsummen war. Das erinnerte mich dann schon sehr an Taizé, wo ebenfalls kurze Lieder mehrmals wiederholt werden.
Während der ganzen Puja sitzt man im Schneidersitz da; das tut so unfassbar in den Knien weh und danach braucht man 5 Minuten, um die Beine wieder ausgestreckt zu bekommen. Am Anfang dachte ich, ich halte das keine 5 Minuten aus, aber es wurde jeden Tag länger und am Ende schaffte ich 45 min am Stück so zu sitzen, bevor ich meine Beine entknoten musste.
Auch ging immer mal wieder ein Mönch herum und verteilte Essen, welches ihnen gespendet wurde, und das teilen sie dann unter allen Anwesenden auf. Es gab mal Erdnüsse, mal Bananen, Äpfel, Kekse, Reisflips, aber auch Cola oder Fanta (, die hier in Nepal dunkelorange ist) zum Trinken. Das gab es aber nicht jeden Tag und somit war es immer was besonderes während der Puja mit Essen/Trinken versorgt zu werden.
Hier waren auch mal "Nichtmönche" anwesend; war wohl ein Feiertag
Während der Puja hatte ich übrigens auch eine Aufgabe: Von meiner Mala Gebrauch machen, also Mantren aufsagen. Pro Perle zum Beispiel einmal "om mani pad me hum" oder "om mani dewa shri" und das über die ganze Zeit hinweg... nach 108 Perlen ist die Kette zu Ende und man dreht sie um für die nächsten 108 :) Das ist echt sehr beruhigend nach ner Weile, aber sorgt auch für Schmerzen. Warum das? Ganz einfach: Wenn der Daumen tausende Male Perlen schieben muss, überanstrengt ihn das und man hat am nächsten Tag dort einen Muskelkater, wo man es am wenigsten vermutet :P
Meine Mala wurde auch "gesegnet", indem sie einmal von dem hohen Buddhisten durch"gebetet" wurde :3
Auch gibt es einen Mönch, der selbstgefertigte Opfer"statuen" aus Teig permanent rausträgt und ohne diese zurückkommt.
Ich hatte mal die Gelegenheit zu sehen, was er draußen damit macht: Er wirft sie weg... Er geht zum Zaun und schmeißt sie drüber xD Macht aber auch Sinn, da sie "geopfert" werden.
Am Ende der Zeremonie geht ein Mönch mit einer Kanne an allen vorbei und tut so als würde er Wasser über sie kippen und dann erklingt eine Klingel, welche die Mönche aus der Puja entlässt. Ab und an bekam ich dann noch eine Tüte mit den restlichen Keksen in die Hand gedrückt :D
Da die kleinen Mönche außerhalb der Puja ziemlich aktiv und lebhaft sind, war eben diese immer echt schön zum runterkommen.
Der Alte auf dem Thron ist der zweithöchste Lama des Klosters
Geld wird von allen "hinpilgernden" Buddhisten gespendet,
das dann unter den Mönchen dann aufgeteilt wird.
Danach gab's Abendessen und zur großen Überraschung war es mal nicht Dal Bhat, sondern ziemlich leckere Nudelsuppe. Es entstanden die ersten Gespräche mit den Mönchen, nachdem sie fragten, ob ich mit ihnen oben auf dem Boden sitzend essen will und ich erkannte relativ schnell, wie schlecht ihr Englisch ist. Trotz alle dem schafften wir uns irgendwie zu unterhalten und ich verstand mich bereits mit einigen Mönchen besser.
Ganz spannend war, dass sie mir beim Essen erklärten, ich würde falsch sitzen. Die Mönche saßen natürlich im Schneidersitz da und ich hatte den bereits nach wenigen Minuten aufgelöst, in dem ich ein Bein aufgestellt hatte. Sie meinten, das wäre nicht richtig und keine gute Sitzposition^^ Also hieß es auch außerhalb der Puja: schmerzende Knie...
Sie sprachen mich übrigens permanent mit "Sir" an, was mich vollkommen überfordert hatte. Vor allem, weil ja manche auch älter waren als ich.
Nach dem Essen wurde mir mitgeteilt, dass ich am nächsten Tag Englischunterricht geben sollte. Um wie viel Uhr, für wie lange und welche Klassen wusste ich natürlich nicht :D
Die Mönche haben nur vier Fächer: Nepalesisch, Tibetisch, Mathe und eben Englisch.
Die erste Nacht war leider zu früh vorbei, denn um 5.30 Uhr klingelte mein Wecker und wenig später erklang auch das Muschelhorn und ein Gong, der vor den Pujas immer mehrmals geschlagen wird.
In der Morgenpuja gab es dann keine unsicheren Blicke mehr, sondern ich wurde angegrinst :3
Zum Frühstück gab es Fladenbrot. In meine Tasse wurde mir eine gelbliche fettige Flüssigkeit eingeschenkt und ich tunkte den Fladen immer hinein. Das schmeckte echt gut. Erst am nächsten Tag merkte ich, dass es keine Soße war, sondern ein Tee zum Trinken, der aus Butter, Tee und Milch bestand. Aber man schmeckt eigentlich nur die Butter und ihn so zu trinken war extrem widerlich... Wer trinkt denn auch freiwillig flüssige Butter?? Auf die Frage hin, ob sie auch Schwarztee hätten, verzogen sie das Gesicht und meinten, der schmecke doch nicht. Glücklicherweise hatten sie ihn trotzdem da und so musste ich mich nicht an den Buttertee gewöhnen.
Kommen wir zu meinem Tagesablauf:
5.30 Aufstehen
6.00 - 7.30 Puja (Meditation/Gebet)
7.30 Frühstück
9.15 - 10.45 Unterrichten in Englisch (Klassen 1 und 4, jeweils 5 - 10 Schüler)
11.30 Mittagessen
13.15 - 14.45 Unterricht, Englisch (Klassen 3 + 6)
15.00 Tee und Biscuits
15.45 - 17.30 Puja
18.30 Abendessen
Ziemlich durchstrukturiert, aber das machte nichts. Ich war eigentlich eh meistens mit den Mönchen unterwegs, die immer etwas trieben :)
Hier ist übrigens noch ein anderer Deutscher (25), der ist aber nicht von Karmalaya und echt zurückhaltend. Er geht auch nicht zu den Pujas, somit hat er mehr Zeit, um sich in buddhistische Bücher/Lehren zu vertiefen - wenn ich das richtig verstanden habe. In den kommenden Zeilen widme ich mich ausführlich seinem Verhalten, denn das ist es wert und in den zwei Wochen hat sich so einiges angesammelt.
Also mehr von dem merkwürdigen Menschen: In der Puja wird am Ende immer von einem Mönch durchgefegt und als dieser bei ihm vorbeikam und ein Krümel übersah, schnippste er ganz energisch und wies ihn an, gründlicher zu putzen.
Auch wandelt er täglich - wenn er mal sein Zimmer verlässt - mehrmals um das Haupthaus herum, mit gefalteten Händen und gesenktem Kopf. Er übt sich in Gehmeditation.
Außerdem ist/isst er nicht menschlich: Jeder normale Mensch richtet nämlich seinen Blick nach oben, nachdem er einen Bissen in den Mund geschoben hat. Das passiert ganz automatisch; achtet mal bei euch selbst darauf oder schaut anderen beim Essen zu. Er jedoch hat das nicht ein einziges mal gemacht....
Nach dem Essen wird der sonst stille Mensch aber gesprächig. So wollte er mich zwanghaft über den Buddhismus belehren oder zu einem Wochenendseminar über den Buddhismus überreden, das er in Pokhara gemacht hatte.
Einmal hat er aus Versehen eine Ameise irgendwie eingeklemmt und sie starb und er meinte "oh nein, jetzt habe ich diese Ameise getötet.. Das ist nicht gut." Fast hätte er eine Beerdigungszeremonie begonnen...
Er lernt des weiteren kein Nepali, weil er lieber tibetisch lernt und das reiche ihm. Nach Nepal geht er nämlich ein Jahr auf große Buddhismus-Reise und durchstreift Länder wie Indien, Thailand u.v.m. Auf die Frage hin wie er das finanziert meinte er, er habe 10.000 Euro und das müsse reichen.
Und das direkt nach dem Studium :O Na holla...
Ach und er zieht mit einem Nepalesen aus Pokhara ein Kashmir-Business in Deutschland auf, weil das hier so günstig ist. Haha, okay.
Einmal saßen wir nebeneinander - wie es auch immer dazu kam - und mehrere Nepalesinnen liefen an uns vorbei (zu eurer Info: das Grundstück dort ist öffentlich zugänglich). Er meinte dann plötzlich: "Die linke kleine Asiatin ist echt scharf!" Ahja.
Es gäb noch einiges mehr über diese Person zu berichten, aber belassen wir es dabei und widmen uns wieder den Mönchen:
Meine erste Englisch-Stunde stand mir bevor und ich durfte auch mal in die Rolle eines Lehrers schlüpfen. Zu meinem Glück besitzen sie ein Lernheft und so konnte ich einfach dort weitermachen, wo sie das letzte mal stehen geblieben sind. Mir wurde außerdem ein Stock in die Hand gedrückt, den die Lehrer so viel ich weiß auch einsetzen. Ich benutzte ihn eher als Zeigestab oder zum Anstupsen.
Für die erste Klasse gab es eine Tabelle mit dem Alphabet von A Apple bis Z Zoo. Das erschien mir echt sinnvoll und ich fragte einen Schüler nach dem ersten Buchstaben und er fing gleich auswendig an aufzusagen: a p p l e apple, b a l l ball, c a t cat, ... Naja, das ist ja nicht Sinn der Sache.
Sie können alle einfach die Reihenfolge auswendig xD
Die Großen sind da schon weiter, aber ihre Aussprache ist teilweise grottig... Auch mit Textverständnis haben sie Schwierigkeiten. Ich hab dann den Text vorgelesen und sie durften es danach auch versuchen^^ Und zu den Geschichten habe ich immer versucht an der Tafel eine bildliche Darstellung zu erschaffen, was ihnen echt half - trotz meiner nicht vorhandenen Zeichenkünste :D
Hier leben außerdem eine Katze und drei Hunde. Ein kleiner weißer, der permanent kläfft und einem alten Herren gehört, ein alter großer Hund und "Rambo" ein aufgetreter Junghund, der meistens auf der Etage meines Zimmers angebunden ist, aber ab und an frei herumlaufen darf. Ich lasse ihn auch immer in mein Zimmer und nachts bei mir schlafen. Er ist sogar manchmal ins Bett gekommen und ich habe dann mit offener Tür geschlafen, so dass er gehen konnte, wenn er wollte. Meistens lag er dann in der Früh trotzdem neben mir am Boden. Die Mönche wussten davon nichts und das war glaub ich auch besser so, denn bei ihnen durfte er nichtmal ins Zimmer.
Einmal ist er sogar mitten in die Puja reingeplatzt, ist zwei Runden Vollgas im Kreis gefetzt und wieder rausgeschossen^^ Auch die Katze war mehrmals während der Zeremonie miauend unterwegs und auf Mäusejagd. Sie ist sehr zutraulich und eine erfolgreiche Jägerin, die sehr lange mit ihrer Beute spielt, bevor sie mit dem Fressen anfängt - wie es Katzen eben so tun. Von dem Trommeln direkt neben ihr ließ sie sich dabei wenig beeindrucken :D
Hund, Katze, Maus - nepali Version
Rambo
Ein großer Unterschied zwischen deutschen Freundschaften und die der Nepalesen ist der Körperkontakt bei Freunden.
Hier sitzen Kerle auch mal direkt hintereinander, umarmen sich oder halten Händchen; man zeigt seinen Freunden durch Berührungen viel deutlicher die gegenseitige Wertschätzung und das finde ich sollte es bei uns auch geben. In Deutschland wird alles, was übers Händeschütteln hinaus geht, gleich als schwul hingestellt.
Samstag und Sonntag haben sie frei, was für uns normal klingt, aber für mich war es wieder eine Umstellung... Für die Arbeitswelt hier in Nepal ist ja Sonntag der erste Arbeitstag und die Woche endet am Samstag... Am ersten Wochenende wollte ich das Paragliding hier machen, aber das Wetter war dafür zu schlecht :/ Also hab ich mich von den Mönchen überreden lassen mit auf den Fußballplatz zu kommen. Die Tage zuvor fragten sie mich mal, ob ich denn Fußball spielen könne und ich meinte spaßeshalber: "Natürlich, was denkt ihr denn?? Ich bin Deutscher!!" Da dachte ich noch, ich werde eh nie auf dem Platz stehen^^ Haha. Falsch gedacht...
Stattdessen fand ich mich als linker Verteidiger bei einem Fußballmatch wieder und hatte keine Ahnung welche der Spieler zu mir gehören und welche zur gegnerischen Mannschaft...
Irgendwie überlebte ich das Spiel mit ein paar Ballkontakten, aber wohl fühlte ich mich dabei nicht :D Die Mönche feiern dagegen Fußball ziemlich und manche haben sogar Deutschland- oder Bayerntrikots.
Wenn sie mal nicht Fußball spielen, weil es dunkel ist, spielen sie Ludo (ähnlich "Mensch ärgere dich nicht") oder seit neuestem auch Schach.
Das habe ich nämlich oft nebenher mal am Handy gespielt und sie kennen Schach, da es in Nepal gerade von den älteren Herrschaften oft gespielt wird, aber die Regeln wussten sie nicht. Es wurde ein regelrechter Hype. Jeder wollte gegen mich spielen, aber gewonnen haben sie nie. Da sie sich trotz der Niederlagen stets mit mir duellieren wollten, sah ich es auch nicht ein, meinen Stolz einzupacken und absichtlich zu verlieren :P Sie sagten jedes mal wieder "blietzsch" (please) und wollten noch einmal Schachmatt gesetzt werden.
Da sie nur ein Schachspiel besaßen, sagten sie mir, ich solle denen von ihnen, die ein Handy haben (und das sind nicht viele) die Schach-App schicken. Ich meinte dann, dass es nicht geht, weil man keine Apps schicken kann. Sie erklärten mir, das gehe sehr wohl über die App "Xender" und 5 Minuten später schaute ich echt doof, als sie neben mir das Schachspiel am Handy öffneten. Da passieren doch echt noch Wunder^^ Kleine nepalesische Mönche, die mir etwas am Handy beibringen. Sie installierten mir auch eine neue Benutzeroberfläche, die schöner und einfacher zu bedienen ist :3
Am nächsten Wochenende fuhr ich mit meinen drei Lieblingsmönchen Samstag im Taxi zur Lakeside (die Gas und Petrol/Sprit-Krise ist immer noch nicht vorbei. Der Liter kostet nicht mehr 100 sondern 500 Rupien. Auch hat sich ein Schwarzmarkt gebildet, denn im Moment wird fast gar nichts aus Indien geliefert... Dementsprechend sind auch die Taxipreise in die Höhe geschossen), um ein bisschen am Fewasee zu schlendern und kleine Souvenirs zu kaufen. Auf dem Rückweg aßen wir noch Momos zum Preis von 60 Rupien für 10 Stück :O In Kathmandu zahlt man mehr als doppelte... Dazu gabs noch gratis Suppe und Trinken.
Das weiße Etwas, das über die Baumwipfeln hinausragt, ist übrigens die World-Peace-Stupa
Normaler Größenunterschied
Und hier geh ich in die Knie :D
Anzumerken ist noch, das alles ich bezahlen musste; von der Taxi- und Busfahrt bis hin zum Essen, da die Mönche fast kein Geld besitzen^^ Das klingt jetzt vielleicht krass, aber die Möche geben einem so viel mehr zurück, was man mit Geld nicht messen kann...
Außerdem bekam man ständig was geschenkt, auch außerhalb der verfressenen Puja xD Wobei sie sammelten auch ständig Haselnüsse und schenkten sie mir als Snack für zwischendurch. Eine Mala (Gebetskette) hier, eine Buddha-Halskette da; sogar ein kleines Windspiel wurde mir überlassen. Ein Geldschein aus Japan und Anhänger für die Mala gab es auch noch :3
Hier ist außerdem ein junger wiedergeborener hoher Lama, der mir zum Abschied einen Hut aus Chitwan schenkte und mich zur Eröffnung eines neuen Klosters in Kathmandu einlud, zu dem auch alle Mönche aus Pokhara kommen würden :)
Sonntag ging es dann einen Berg rauf. Mehr habe ich meiner Mutter jedenfalls nicht geschrieben, denn ich hatte für diesen Tag Paragliding gebucht. Das war auch besser so, bestätigte sie mir, nachdem sie dieses Foto auf Facebook sah:
Es war echt eine tolle Erfahrung, auch wenn es leider bewölkt war und man die schneebedeckten Berge nicht sehen konnte. Ich flog trotzdem auf ca. 2.000 Metern Höhe mit Adlern durch die Lüfte und wir schraubten uns in Spiralen immer höher, mit dem Fewasee unter unseren Füßen.
Start
Selfie direkt nach der Landung :D
Dafür hatte man danach schimmernde Hände, die aussahen, als hätte man sie mit einem schwarzem Labello eingerieben; unter meinen Fingernägeln hätte man Kartoffeln anpflanzen können, wie es meine Oma immer so schön sagte. Hände waschen konnte man danach 10 mal, aber wirklich komplett sauber wurde sie nicht...
Wenn man allerdings dem Butterlampenmensch glaubt, sorgt diese Arbeit für gutes Karma und es wäre schon fast sowas wie eine Ehre, diese Arbeit machen zu dürfen....
Von den Mönchen bekam ich auch noch eine Aufgabe übertragen: ich sollte mich in Zirkulationsatmung versuchen. Ich durfte nämlich "illegalerweise" mal in so eine heilige alte Trompete pusten und das ging für 3 Sekunden lang sogar ein bisschen (bedingt durch meine nicht vorhandene Technik und meine zu kleine Lunge), aber sie meinten ich könne durch die Zirkulationsatmung ewig pusten. Man atmet nämlich durch die Nase ein, während man weiterhin durch den Mund ausatmet und diese Technik berherrschen sie perfekt, so dass sie an bestimmten Abenden von Feiertagen für mehr als 30 Minuten Richtung Stadt posaunen :O
Es wurde jeden Tag ein klein bisschen besser, aber ich kam mir vor wie ein Trottel^^
Die lautesteten Gewitter gibt es in Nepal (Quelle: Tobias Igl). Zumindest bin ich in Deutschland noch nie von einem Gewitter aufgewacht. Und hier knallt es so richtig laut und lange, dass man bei jedem Donnerschlag denkt die Scheiben zerspringen... Kein Vergleich zu Silvester. Mama hier würde es dir gefallen xD Fahnen wurden durch den Sturm hier oben auch zerfetzt....
Noch was allgemeines zum Schluss:
Die Mönche kommen mit ca. 10 Jahren ins Kloster und bleiben ungefähr genauso lange. Danach können sie die roten Gewänder ablegen oder aber den Weg als Mönch weitergehen. Es ist praktisch wie eine Art Erziehungsinternat, aber sie dürfen auch immer mal wieder ihre Familie sehen. Erziehung deswegen, weil in der Puja fürs zu spät kommen oder zu laut sein der Schlagstock als Strafe eingesetzt wird (sie müssen die Hand nach oben strecken und dann wird mehrmals draufgehauen) oder sie werden geschlagen/getreten. Das ist hier also schon nochmal was anderes als bei uns. Auch die Lehrer haben wie gesagt ja Schlagstöcke.
Um den Eintrag jetzt nicht zu negativ zu beenden, noch etwas lustiges:
Jedes mal, wenn ich die Mönchen mit ihren Malas sehe, muss ich an Harry Potter denken. Die Gebetsketten erinnern mich so sehr an Zauberstäbe xD Jeder hat eine, man trägt sie immer bei sich und sie sind aus unterschiedlichen Materialien: Holz, Stein, Glas, Muschel, Knochen, Plastik, ... oder eine Kombination daraus. Hinzu kommen noch die robenartigen Gewänder und schon bin ich in Gedanken von lauter Zauberlehrlingen umgeben :3
2 Wochen sind mit diesen wunderbaren Menschen viel zu schnell vergangen und ich werde sie immer in Erinnerung behalten. Ich habe sie alle ins Herz geschlossen und das ging nur, weil sie es zuließen.
Der Abschied war sehr emotional für alle... Ihre Gesichter zeigten Traurigkeit, meins natürlich ebenso. Sie wollten, dass ich bleibe. Ich ja auch...
Ich bekam noch die typischen Tücher um den Hals gehängt, die meinen Kloß im Hals verdeckten, und dann begann ich den Abstieg und machte mich auf die Suche nach einem Taxi.
Es war eine sehr schöne Zeit, an die ich immer gerne zurückdenken werde :')
Tapfer, dass ihr bis zum Ende durchgehalten habt, aber ich habe so lange nichts von mir hören lassen, da war ichs euch schuldig ;)
Und folgende Bilder muss ich euch noch zeigen:
Die Aussicht vom Dach des Klosters aus
Mond und Stern
Pokhara von oben
Fishtail-Mountain
Sonnenuntergang
Ohne Stativ in Nachtaufnahmen versucht :P
Musikvideos werden hier ab und an auch gedreht
Der Garten des Klosters
Hier wird noch mit Feuerholz gekocht!
Ohne Strom und Gas
Teamomos gab's manchmal zum Frühstück - sehr lecker :3
Dal Bhat gibt's meistens mittags und abends
Wäsche aufhängen - Traveller Edition
Am Wochenende gabs Filme
Meistens Bollywoodfilme, aber sie hatten nur 3 Stück, die dann im Wechsel angeschaut wurden
Kinder in der Nachbarschaft und creepiger Alter, der am Boden rumrobte...
auch von mir gibt es ein paar Fotos :)
XXL Gebetsmühle :3
Tobi mit Topi
Dieser Mönch ist 17 Jahre und buddhistisch höher gestellt als der Alte,
weil er die Reinkarnation von irgendeinem Lama ist. Woher sie das wissen, keine Ahnung :D
Der Prinicipal des Kloster
Ich durfte auch mal ins "Kostüm" steigen, aber nur für wenige Sekunden,
danach musste ich das Gewand schnell wieder ablegen, da es nicht so ganz "legal" war.
Hier der Alte
Die Menschen sind kleiner, die Pflanzen größer
Auch wunderschöne große Schmetterlinge :)
XXL Heuschrecken
Aber auch kleine Krabbler
Die Mönche meinten er wäre giftig, aber ich lebe noch :D
Die Mönche meinten er wäre giftig, aber ich lebe noch :D
Mein nächster Eintrag geht über mein Spontan-Trekking mit Heike und über die Zeit im Nationalpark Chitwan *törööö*


























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