Da ich wusste, dass ich die nächsten Tage erstmal keinen Supermarkt zu Gesicht bekommen werde, war ich noch einkaufen.
Unter anderem lächelten mich ein Stück Fertigpizza, ein Schokokuchen und Schokolade an.
Die Pizza hatte ja schon mal eine Lebensmittelvergiftung bei einem Volunteer ausgelöst, aber ich konnte dem vertrauten Fettpaket nicht widerstehen und ging damit zur Kasse.
Ich aß die Pizza und den Kuchen auf dem Rückweg und die Schokolade vorm Schlafengehen und hoffte, dass mein Körper damit schon fertig werden würde.
Das war jedenfalls der Plan.
Klappte auch alles super, bis ich um 4 Uhr aufwachte und schlagartig aufs Klo musste….
Und da saß ich dann erstmal ‘ne Weile :D
Irgendwann konnte ich dann wieder mein Bett aufsuchen, um 30 Minuten später wieder aufzuwachen und aufzuspringen^^
Nach einer weiteren Runde am Klo kam endlich der nächste Morgen. Wir frühstückten, packten unsere letzten Sachen ein (zum Beispiel Tabletten gegen Durchfall) und das Abenteuer konnte beginnen.
Davor musste ich mich natürlich noch vom Straßenhund verabschieden, der immer in der Nähe vom Volunteerhaus unterwegs ist:
Wir fuhren mit dem Bus zum Abfahrtsort des zweiten Busses, der uns nach Nuwakot brachte und diese Fahrt werde ich nie vergessen. (Die Rückfahrt war sehr viel krasser, aber das konnte ich ja noch nicht wissen :))
Man fährt in einem überfüllten Bus mit glotzenden Nepalesen auf Wegen, die ich zu Fuß schon meiden würde. Es hatte vor kurzem geregnet und deshalb waren die Straßen matschig und für deutsche Verhältnisse unbefahrbar. Die holprige Fahrt dauerte 1 1/2 Stunden und das letzte Drittel war eine sehr schmale Serpentinenstraße…
Die Aussicht war dafür aber unbezahlbar :O
Oben angekommen sah man auch sehr viel….
… sehr viel Weiß :D
Dann begann die lange Wanderung….
Sie dauerte fast 5 Stunden inklusive zwei kurzer Pausen zum Verschnaufen, Essen und Trinken.
Belohnt wurde man durch die einmalige Landschaft, viele Reisfelder, Wasserfälle, zahlreiche Tiere und auch Pflanzen. Das viele und vor allem lange Auf- und Abgehen zehrte echt an meinen Kräften – wir waren noch dazu ziemlich flott unterwegs und das auf unwegsamen Gelände. Natürlich mit Guide: Bejay
Man sah auch viele beschädigte/zerstörte Gebäude
An meinen Füßen hatte ich übrigens unwissend zwei Tramper mitgenommen: Blutegel.
Aus Swaragau (Gorkha) hörte man schon ein paar Geschichten über sie… 20 Blutegel an den Füßen nach nur einer Wanderung oder aber man sah Videos von den Viechern, wie sie über den Boden kriechen und die Köpfe nach Opfern suchend nach oben recken.. Auch durch Socken sollen sie angeblich ohne Probleme durchbeißen/-saugen können.
Um sie loszuwerden, gibt es viele Theorien… Salz drauf, Alkohol drüber, Insektenspray, Shampoo, wegschnippsen, mit dem Fingernagel drunter, warten bis er abfällt, etc.
Die ersten Varianten werden aber nicht empfohlen, da sich der Blutegel dann in die Wunde übergibt und es so zu Entzündungen kommen kann.
Naja, zurück zu Gaujini
Irgendwann erreichten wir endlich unser Zielort.
Die Wandbemalung von Karmalaya sah vom Erdbeben etwas mitgenommen aus…
Wie auch viele Häuser, die man auf dem Weg dorthin gesehen hatte. Viele komplett zerstörte wurden verlassen, andere wieder aufgebaut und wenige Häuser kamen nur mir Rissen davon.
Wir wohnten bei Laxmi, die mit ihrem Sohn dort lebt.
Für die Volunteere und auch für die nach dem Erdbeben obdachlose Menschen dort, wurden von Karmalaya Tunnelhäuser gebaut:
Wir schliefen in dem Hauptgebäude, das viel kleiner ist, als es sich jetzt vielleicht anhört.
Für die Betten gab es Moskitonetze und abends sollte man lange Sachen gegen die Mücken tragen.
Ich machte das auch am ersten Abend, aber dann nicht mehr, weil die nepalesischen Mücken genauso wenig scharf auf mein Blut sind, wie die deutschen. Die anderen hatten da weniger Glück und das trotz einsprühen. Mein Mückenspray ist immer noch unbenutzt :PP
Zum Abendessen gab es Dal Bhat und die Nepali bereiteten in der Küche für sich eine besondere Leckerei zu: Hornissenlarven und -puppen.
Ich konnte nicht anders und wollte sie probieren. Sie gaben mir erst eine rohe Larve und die war jetzt nicht wirklich lecker, aber man konnte sie essen. Die Larve platzte nur so sonderbar im Mund auf, als ich darauf biss… und jaa, das musste ich beschreiben :P Fast wie ein „Nimm 2 Soft“^^
Im gekochten Zustand und mit Gewürzen verfeinert waren sie aber deutlich besser und fast schon dem Wort „lecker“ gerecht :) Die Puppen hatten ja schon einen Chitinpanzer und waren deshalb „crunchiger“ – so etwa wie Cornflakes.
Nach der ersten Nacht auf einer noch härteren Matratze als bei Santa, arbeiteten wir am Samstagvormittag im und am Vorratsraum… Dort gibt es immer noch ein Loch in der Ecke und viele Risse in den Wänden, die wir mit Lehm, den wir hinter dem Haus geholt hatten, füllten.
Anschließend konnte ich der Natur nicht widerstehen und ging auf Blumen- und Insektenjagd.
Am Nachmittag machten Bejay, Marielle und ich einen mehrstündigen Trip mit dem Guide, um die Umgebung zu erkunden.
Eine Schlucht weiter kamen wir unter anderem bei Purus Haus (Er arbeitet auch für Karmalaya). Und seiner süßen Tochter vorbei. Dort bekam ich Büffeljoghurt zum Essen und er schmeckte erstaunlich „normal“. Nicht so „büffelig“ wie die Milch, sondern wie ein milder Naturjoghurt.
Wir kamen auch an einem großen Felsen vorbei, den Bejay gleich mal hochklettern wollte, aber es war zu feucht und rutschig.
Anschließend wollte die Frau noch ein Foto mit uns machen. Das dachte ich zumindest, dann stellte sich heraus, dass sie nur ein Foto mit Marielle machen wollte :D
Dann eben ohne mich. Damit kann ich leben^^
Irgendwann drehten wir wieder um und die schöne Tour nahm ihr Ende :)
Bei uns lebt übrigens nicht nur ein Hund.
Auch Ziegen und ein Büffel leben dort:
Ein Gecko besuchte uns jeden Abend. Sie nannten ihn „Gustav“:
Auch Spinnen gab es im Haus:
Und dort wachsen auch sonderbare Pflanzen :D
Am nächsten Tag ging es für mich und Marielle mit Niklas und Lukas auf ihre „Baustelle“.
Sie machen ein Fußballfeld für die Kinder :3
Das liegt neben einem Children-Home-Haus, das noch nicht fertig ist.
Am Nachmittag ging es zum Fluss runter: BADEN :)))
Nach 30 Minuten bergab kamen wir unten an und waren dort nicht alleine. Auch nepalesische Schüler vergnügten sich dort und sprangen von Steinen mit Saltos oder Bauchklatschern in die reißerische Strömung.
Einer trug sogar noch die Hose der Schuluniform^^ Diese hatten sie erst vor wenigen Tagen neu bekommen.
Jaja, die Jugend :DD
Auf dem Rückweg war Puru hinter uns und Jeman vor uns.
Plötzlich bemerkten wir, dass Puru nicht mehr hinter uns war und wir blieben stehen...
Wir warteten ein paar Minuten und drehten uns wieder um, weil wir entschlossen hatten weiterzugehen, da war auch Jeman verschwunden^^
Nun gut. Irgendwie schafften wir es wieder zurück zum Haus zu finden :)
Gaujini ist sowas von das komplette Gegenteil von Kathmandu…
Insektenzirpen statt Hundegebell, Fußgänger statt Autos, Flussdusche statt Dusche im Bad, Plumpsklo statt normaler Toilette mit automatischer Klospülung, noch seltener Strom und kein Handynetz.
Wobei ab und an bellte Laxmis Hund Kalo...
Hier seht ihr unser Klo:
Neben Riesenblättern und Spinnen
Bei der Flussdusche in Gaujini muss man nicht sparsam mit dem Wasser umgehen und kann sich Zeit für die fast eiskalte Körperwäsche nehmen.
In Kathmandu dagegen duscht man möglichst kurz und lässt beim Geschirrwaschen das Wasser fast nur tropfenweise aus dem Hahn fließen, um Wasser zu sparen.
Das Spiel Nummer 1 war dort „Karamboth“. Es ist fast wie Billard, aber man schnippst Chips über das Spielfeld.
Jeman (Laxmis Sohn) und Puru spielten es gefühlt in jeder freien Minute.
Das ist Jeman in seiner neuen Schuluniform:
Der letzte Abend war gekommen, weil wir doch schon Montag mit Marielle abreisten, da sie sonst noch ´nen Guide für Dienstag hätten organisieren müssen.
An diesem Abend zeigte sich der Mond besonders schön:
Na, welchem Tier sind wir auf dem Rückweg denn begegnet??
Wir kamen also bei dem Jeep an, tranken noch eine Runde Tee und machten es uns dann zu 5t hinten im Jeep gemütlich… So gemütlich, wie es eben ging.
Bis zur Abfahrt wurden es noch ein paar mehr Leute und es wurde enger…
Dann ging die Fahrt los…. Und die war um einiges krasser als die Busfahrt am Hinweg :0
Schlaglöcher, Wasserfälle, schlammige Fahrbahn, rutschige Steine/Felsen, schmale Straßen. All das war zu Fuß schon teilweise schwer passierbar und nun musste das ein Jeep meistern.
Auch sammelten wir auf dem Weg immer mehr Leute ein, so dass wir am Ende zu 13t dort eingepfercht saßen und sich zwei noch auf die ausgeklappte Ladeklappe stellten.
Die Frauen sind dann nacheinander zum Pinkeln gegangen… Das kostete Zeit :O
Wir waren wirklich nicht schnell, was auch durch zwei Männer bewiesen wurde, die wir gefühlte 10 mal überholten, aber sie uns dann auch immer wieder. Sie nahmen Abkürzungen, wir nahmen wieder neue Leute auf, so dass sie am Ende genauso schnell zu Fuß den Gipfel erreicht hatten, wie wir per Jeep.
Oben angekommen dachten wir, dass wir bestimmt in den bequemeren Bus wechseln dürfen, aber denkste Puppe.
Vor der Kontrollstation der Polizei stiegen die „zu vielen“ Menschen aus und marschierten zu Fuß daran vorbei, um 100 Meter weiter wieder einzusteigen.
Wir fuhren mit dem Jeep bis nach Kathmandu rein und am Ende schaffte ich es sogar irgendwie einzuschlafen :D
Ende im Gelände.





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen