25. November 2015

Ich drehe einen Film!

Hey ihr Schnupfnasen!


Mein Blog ist nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge, ich weiß. Aber das hat seine Gründe…

Es fehlen noch Berichte über mein Trekken mit Heike inklusive Bergpanorama, traumhafte Sonnenaufgänge, Riesenschaukeln, die Nacht mit einer Tüte über dem Fuß und frustrierte Nepalesen, aber auch über meinen stressigsten Nachmittag in Nepal (Alle Sehenswürdigkeiten Pokharas in wenigen Stunden) habt ihr noch nichts lesen dürfen. Besonders freue ich mich darauf, euch von meinen Erlebnissen mit den Dickhäutern in Chitwan zu berichten und ja, ihr habt recht: Über mein letztes Projekt mit den Kindern von der Straße habt ihr noch kein einziges Wort lesen können.

All diese Berichte werden folgen keine Angst!


In den letzten Tagen/Wochen bin ich aber immer den ganzen Tag auf Achse gewesen und abends tot müde ins Bett gefallen. Manchmal war ich auch den ganzen Tag unterwegs.
Ja was hat er denn gemacht, der liebe Tobias? Gefilmt, geschnitten, wieder gefilmt und geschnitten.
An den verschiedenen Orten in Kathmandu packte ich mein Stativ und meine Kamera aus und ließ das rote Aufnahmelicht blinken. Dies geschah aber nicht zum Eigennutz!! Auch werdet ihr in kommender Zeit keine Dokumentation über Nepal von mir auf YouTube vorfinden.

Ich filmte nämlich für meinen Gastvater bzw. dessen Organisation. Gokul beschäftigt nämlich Frauen aus der niedrigsten Kaste mit geringem (eigentlich gar keinem) sozialen Status, die keine Chancen auf Aufstieg haben. Dazu hat er das Projekt „Shakti Milan Nepal“ ins Leben gerufen, in dem Frauen das Nähen von verschiedensten Taschen lernen, die aus alten Reissäcken hergestellt werden. Aber auch das traditionelle handarbeitliche Weben von Schals und Saris (nepalesische Frauenbekleidung) wird ihnen beigebracht.
Um diese Non-Profit-Organisation allerdings am Leben zu erhalten, braucht er Kunden und dazu soll eine Webseite entstehen, auf der dann mein Film als Information - wie die Produkte hergestellt werden - dienen soll. Aber auch auf seinem Handy will er eine kurze Version davon haben, um Interessenten das Herstellungsverfahren zeigen zu können, ohne mit dem potentiellen Kunden gleich durch ganz Kathmandu fahren zu müssen.


Die Situation in Nepal ist weiterhin kritisch. Auch ein Problem der Wasserversorgung zeigte sich in der letzten Woche: Wir hatten kein fließend Wasser mehr… die Klospülung ging nicht, das Waschbecken blieb trocken, die Dusche funktionierte natürlicherweise dann auch nicht.
Zum Glück hat meine Gastfamilie eine Handwasserpumpe vor dem Haus; so kamen wir wenigstens an stickendes Grundwasser. Jummy!!
Jetzt duscht man nicht nur eiskalt, sondern auch mit einer Brühe #jackpot

Zudem bilden sich neben den Schlangen für Sprit und Gas jetzt auch welche für Speiseöl. Kanister an Kanister an Kanister an Kan…. Nichts verändert sich zum Guten. Die Blockade bleibt bestehen.

Ich bleibe allerdings in Nepal nicht länger bestehen, denn am Sonntagmorgen sitze ich schon wieder im Flieger zurück ins Bayernland (so schnell vergehen 12 Wochen….), in dem ich Montagmorgen ankomme. 13 ½ Stunden Aufenthalt am Flughafen in Maskat/Muscat inklusive. Und ja, das ist ein Golfstaaten-Flughafen, aber deswegen ist es dort trotzdem langweilig. Es gibt Gratis-Wlan und Steckdosen, das ist aber auch das einzige…


Nun gut, das Bett ruft. Bis dann!
Und freut euch: der Weihnachtsstress ist in einem Monat wieder vorbei. Nur das lästige Umtauschen geht dann noch los :P

Ach, und ich habe in den kommenden Tagen hier noch die Ehre an einer nepalesischen Hochzeit beiwohnen zu dürfen, also seid gespannt auf meine nächsten Beiträge, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen.

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